Posted in: Exoplaneten, Sterne 2. November 2007 13:08 Weiter lesen →

Drei neue Exoplaneten

Diagramm zeigt die Lichtkurve eines der WASP-Sterne, relativ gerade verlaufend, mit einem 2,5 Stunden währenden Abfall um 1,5 Prozent Die Entdeckung von drei extrasolaren Planeten vermelden britische Astronomen. Alle drei Neulinge kommen ihren Sternen sehr nahe und benötigen für einen Umlauf kaum zwei Erdtage. Das Besondere: Auf ihrer Bahn ziehen sie durch die Sichtlinie zur Erde.

Der Exoplanet WASP-3b verrät sich durch einen vorübergehenden, leichten Helligkeitsabfall seines Zentralgestirns. Grafik: Iain McDonald/Keele University

Solche Passagen seien für Planetenforscher besonders ergiebig, erklärt Coel Hellier von der englischen Keele University. „Aus der Beobachtung eines Transits können wir Größe und Masse des Planeten ableiten und damit auf seinen Aufbau schließen. Derartige Planeten können uns daher helfen, die Entstehung des Sonnensystems besser zu verstehen.“

Hellier und Kollegen fanden die drei Exoplaneten im Rahmen des britischen Programms WASP (Wide Area Search for Planets). Dabei werden mit zwei Teleskopen auf den Kanaren und in Südafrika systematisch große Ausschnitte des Nachthimmels mit Millionen Sternen beobachtet. Werden dabei Helligkeitsschwankungen eines Sterns entdeckt, wie sie auf den Transit eines Exoplaneten zurückgehen könnten, wird dieser genauer unter die Lupe genommen.

Nachtaufnahme eines der von WASP benutzten Observatorien, schwarzer Horizont, schwarze Gebäudeumrisse, geöffnetes Dach, vor sternenbesetztem Nachthimmel

WASP nutzt ein Observatorium in Südafrika (Foto) und eines auf den Kanaren für die systematische Suche nach Transit-Exoplaneten. Foto: David Wilson/Keele University

Die drei Neulinge umkreisen Sterne, die 727 bis 970 Lichtjahre von der Sonne entfernt sind. Alle seien Gasriesen ähnlich dem Jupiter, erläutert Helliers Kollege Pierre Maxted, aufgrund ihrer großen Nähe zum Zentralgestirn dürften sie allerdings Oberflächentemperaturen von beinahe 2.000 Grad Celsius aufweisen.

„Die Entdeckung dieser Planeten ist umso bedeutsamer, als ihre Sterne auch sehr viel kleinere, erdähnliche Planeten aufweisen könnten“, so Maxted weiter. Solche vergleichsweise winzigen Welten nachzuweisen, sei jedoch eine schwierige Aufgabe.

Forschung: Coel Hellier und Pierre F.L. Maxted, Astrophysics Group, Keele University, Newcastle-under-Lyme; Don Pollacco, Astrophysics Research Centre, Queen’s University, Belfast; und andere; Präsentation auf dem International Astronomical Union Symposium 249, Suzhou, und Preprint arXiv:0711.0126

WWW:
WASP at Keele University
SuperWASP
The Planets
Extrasolar Planets Encyclopaedia

Lesen Sie dazu im Scienceticker:
Naher Stern könnte Erden bekommen
Erster lebensfreundlicher Exoplanet entdeckt

Posted in: Exoplaneten, Sterne
Möchten Sie den Beitrag bewerten?
SchlechtLangweiligGut zu wissenInteressantSpannend! (noch unbewertet)
Loading...

Drucken Drucken


Die Kommentare sind geschlossen.