Posted in: Exoplaneten, Sterne 7. November 2007 11:23 Weiter lesen →

Neuer Exoplanet ist Fünfter im Bunde

Mit einem imposanten Planetensystem kann ein nahe gelegener Vetter der Sonne aufwarten. Eine amerikanische Astronomengruppe hat einen fünften Planeten bei dem Stern entdeckt. Der Neuling ist wahrscheinlich vom Kaliber des Saturn, zieht allerdings in viel geringerem Abstand, innerhalb der „lebensfreundlichen Zone“, um sein Zentralgestirn.

Illustration: Blick über die bläuliche, von Wolkenbändern verzierte Kugel eines Gasplaneten auf eine ferne, helle Sonne; in deren Umgebung weitere farbige Punkte
Bei den bislang entdeckten Planeten von 55 Cancri dürfte es sich ausnahmslos um Gasriesen handeln. Grafik: NASA/JPL-Caltech

In dieser Zone könnte die Oberflächentemperatur fester Objekte rechnerisch gerade richtig sein für das Vorhandensein flüssigen Wassers. Zwar dürfte es sich bei dem neuen Exoplaneten um einen Gasriesen handeln, erklärt Debra Fisher von der San Francisco State University. Zumindest im Sonnensystem hätten jedoch sämtliche Gasplaneten große, felsige Monde. „Sollte auch der neue massereiche Planet einen Mond besitzen, könnte es dort Wasseransammlungen auf einer felsigen Oberfläche geben.“

Fisher und ihre Kollegen fanden den neuen Planeten im Rahmen eines großangelegten Beobachtungsprogramms. Gut 2.000 Nachbarn der Sonne nahm die Gruppe regelmäßig unter die Lupe, um Anzeichen eines Taumelns aufzuspüren, wie es den Schwerkraftzug bislang unbekannter Planeten anzeigen könnte. Fündig wurden sie bei 55 Cancri, in gut 44 Lichtjahren Entfernung im Sternbild des Krebses gelegen. Ähnlich massig und alt wie die Sonne, waren bei dem Stern bereits vier Exoplaneten entdeckt worden.

Der Neuling zieht auf einer etwas engeren Bahn als die Erde alle 260 Tage um seinen Stern. Von innen nach außen gezählt, ist er damit der vierte Planet in dem fernen System. Der innerste Planet rast in weniger als 3 Erdtagen um den Stern, der äußerste benötigt immerhin 14 Erdjahre. Alle besitzen mindestens das 10-Fache der Erdmasse, der neu entdeckte Planet bringt es auf das 45-Fache.

Ungeachtet der Unterschiede im Detail besitze das ferne Planetensystem einige Ähnlichkeit mit dem hiesigen, so Fisher weiter. „Es besitzt einen dominanten Gasriesen auf einer ähnlichen Umlaufbahn wie unser Jupiter. Und wie die Planeten im Sonnensystem, weisen auch die meisten dortigen Planeten nahezu kreisförmige Umlaufbahnen auf.“ Nicht zuletzt klaffe in dem fernen System eine Lücke in jenem Bereich, in dem man einen erdähnlichen Planeten erwarten würde. Angesichts der vorliegenden Daten „ist es durchaus möglich, dass wir noch nicht alle Planeten gefunden haben“.

Forschung: Debra Fisher, Department of Physics and Astronomy, San Francisco State University, San Francisco; Geoffrey W. Marcy, Department of Astronomy, University of California, Berkeley; und andere; zur Veröffentlichung akzeptiert von Astrophysical Journal

WWW:
California & Carnegie Planet Search
The Doppler Detection Method
Extrasolar Planets Encyclopaedia

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