Posted in: Planeten 12. November 2007 19:23 Weiter lesen →

Fieberkarte der Venus

Venus_Fieberkarte Eine neue Karte der Venus haben Forscher aus Katlenburg-Lindau erstellt. Berechnet aus Daten der Sonde Venus Express, zeigt sie die Temperaturen auf dem inneren Nachbarplaneten der Erde mit seinem immensen Treibhauseffekt.

Höher gelegene Gebiete zeichnen sich auf der neuen Venuskarte durch kühlere Temperaturen (blau) aus. Grafik: ESA/VMC/MPS/IPF-DLR

Auf der Karte lassen sich höher gelegene Gebiete von tiefer gelegenen anhand ihrer etwas geringeren Temperaturen unterscheiden. Für die Forschung ist besonders der Vergleich dieses “Wärme-Profils” mit der tatsächlichen Gestalt der Venus-Oberfläche interessant. Abweichungen erlauben Rückschlüsse auf die Art der Mineralien und eventuelle vulkanische Aktivität.

Wojciech Markiewicz vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung und seine Kollegen erstellten die neue Karte aus mehr als 1.000 Einzelaufnahmen, die die Venus Monitoring Camera an Bord der Sonde angefertigt hatte. Zwar hüllt sich der Nachbarplanet der Erde in einen dichten Wolkenschleier. Durch ein “Fenster” bei Infrarotwellenlängen um 1 Mikrometer kann die Kamera aber dennoch Strahlung von der Oberfläche auffangen und Strukturen erkennen – zumindest auf der Nachtseite.

Venus_Fieberkarte_2 Zu diesen Strukturen gehören Beta Regio und Phoebe Regio mit ihren bis zu 5 Kilometer hohen Bergen. Nahe des Äquators gelegen, sind die dortigen Temperaturen laut der neuen Karte vergleichsweise mild. Sie liegen etwa 40 Grad unter den gut 450 Grad Celsius auf “Meereshöhe”, während in tiefer gelegenen Regionen bis zu 462 Grad Celsius erreicht werden.

Der Vergleich der Wärmedaten mit der Topographie, hier berechnet aus Radardaten der Magellan-Sonde, erlaubt Rückschlüsse auf Beschaffenheit und eventuelle vulkanische Aktivität an der Venusoberfläche. Grafik: NASA/Magellan

“Die Auflösung der Bilder ist durch die dicke Atmosphäre der Venus stark eingeschränkt – so, als ob man durch eine zugefrorene Scheibe schaut und nur Silhouetten erkennen kann”, erläutert Markiewicz. “Dennoch können wir sehr viel über die eigentlich unsichtbare Oberfläche aus der Umlaufbahn heraus fahren.”

Forschung: Wojciech J. Markiewicz, Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung, Katlenburg-Lindau; und andere

WWW:
MPI für Sonnensystemforschung
Venus Monitoring Camera
Venus Express
Venus

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