Planeten-Kollisionen in den Pleiaden?
15. November 2007
Die Pleiaden sind eine der schönsten Erscheinungen am Nachthimmel. Der friedliche Schein der “Sieben Schwestern” trügt allerdings, vermuten drei amerikanische Astronomen. Ein junger Stern in dem Sternhaufen ist demnach von warmem Staub umgeben, wie er auf Zusammenstöße zwischen felsigen Planeten zurückgehen könnte.
Illustration: Lynette Cook for Gemini Observatory
Mit einem Alter von etwa 100 Millionen Jahren sei der sonnenähnliche Stern HD 23514 noch als Heranwachsender einzustufen, erläutert Benjamin Zuckerman von der University of California in Los Angeles. Die Vorgänge in dem fernen System erinnerten daher an jene, die sich vor über 4 Milliarden Jahren im Sonnensystem abgespielt hätten. “Tatsächlich dürfte die Kollision, die den Erdmond schuf, eine ähnliche Trümmermenge in den interplanetaren Raum entsandt haben, wie wir sie nun bei HD 23514 sehen”, so der Forscher.
Für ihre Studie nutzten Zuckerman und seine Kollegen das Gemini-Teleskop auf Hawaii und Daten mehrerer Weltraumteleskope. Dabei fanden sie, dass von dem gut 400 Lichtjahre entfernten Stern erstaunlich intensive Infrarotstrahlung ausgeht. Quelle dürften warme, siliziumhaltige Staubpartikel sein - allerdings in Hunderttausend Mal größerer Menge als bei einem Stern dieses Alters zu erwarten. Die wahrscheinlichste Erklärung seien Kollisionen zwischen Planetenvorläufern, schreiben die Forscher demnächst im “Astrophysical Journal”.
Der Staub scheint den Stern in einem Abstand zwischen 0,25 bis 2 Erdbahnradien (Astronomischen Einheiten) zu umkreisen. Im Sonnensystem entspricht dies ungefähr einem Bereich vom Merkur über Venus und Erde bis hin zum Mars. Die neuen Resultate lieferten somit nicht nur die ersten Belege für die Entstehung von Planeten in den Pleiaden, erklärt Zuckermans Kollege und Mitautor Joseph Rhee. “Sie lassen auch vermuten, dass terrestrische Planeten, ähnlich denen im Sonnensystem, relativ häufig sind.”
Forschung: Joseph H. Rhee und Benjamin Zuckerman, Division of Astronomy & Astrophysics, University of California, Los Angeles, und Inseok Song, Spitzer Science Center, California Institute of Technology, Pasadena
Zur Veröffentlichung akzeptiert von Astrophysical Journal, Preprint arXiv:0711.2111
WWW:
Division of Astronomy & Astrophysics, UCLA
Pleiades
Evolution of Our Solar System
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