Erdmond mit Seltenheitswert
21. November 2007
Das Gespann aus Erde und Mond ist eine echte Rarität im All. Zu diesem Schluss kommt eine amerikanische Astronomin nach der Beobachtung von mehr als 400 Sternen. In jenem Alter, in dem eine gewaltige Kollision den Erdmond schuf, herrschen in den fernen Systemen längst geordnete Verhältnisse.
Erde und Mond, gesehen von der Sonde Galileo auf ihrem Weg zum Jupiter. Bild: NASA/JPL-Caltech
Lediglich bei einem der beobachteten Sterne scheint es reichlich Staub als Folge einer Kollision zwischen Proto-Planeten zu geben, berichten Nadya Gorlova von der University of Florida und ihre Kollegen im “Astrophysical Journal”. Eine solche Kollision zwischen der Proto-Erde und einem Vetter hat vermutlich 30 bis 50 Millionen Jahre nach Entstehung der Sonne das Baumaterial für den Erdmond freigesetzt. Die anderen Monde im Sonnensystem entstanden wahrscheinlich zusammen mit ihren Planeten oder wurden erst nachträglich von deren Schwerkraft eingefangen.
Eben dieses Alter, etwa 30 Millionen Jahre, weisen die Sterne in dem offenen Sternhaufen NGC 2547 auf. Um mehr über das dortige Geschehen zu erfahren, analysierten Gorlova und Kollegen Beobachtungsdaten des Weltraumteleskops Spitzer. Gemessen an ihren Infrarotspektren, werden nur 4 von mehr als 400 Sternen in NGC 2547 im passenden Abstand von siliziumhaltigen Staub umkreist. Und in nur einem Fall könnte dieser Staub auf eine schwere Kollision zurückgehen.
Auf Basis ihrer Resultate, der Lebensdauer des Staubs und weiterer Faktoren schätzen Gorlova und Kollegen, dass es in 5 bis 10 Prozent aller “Sonnensysteme” zu einer Kollision kommt, wie sie den Erdmond hervorgebracht hat. “Wir wissen allerdings nicht, ob in dem von uns beobachteten Fall wirklich ein Mond entstehen wird”, gibt George Rieke von der University of Arizona zu bedenken. Der Prozentsatz könnte daher deutlich niedriger liegen.
Forschung: Nadya Gorlova, Department of Astronomy, University of Florida, Gainesville; Zoltan Balog und George H. Rieke, Steward Observatory, University of Arizona, Tucson; und andere
Veröffentlichung Astrophysical Journal, Vol. 670, pp 516-35; Preprint arXiv:0707.2827
WWW:
Department of Astronomy, University of Florida
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