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Reichlich Stoff für Mini-Planetensysteme

26. November 2007

Illustration zeigt schwach orange-rötlich glimmende Gaskugel mit drei Planeten, deren Bahnen als weiße Kreise hervorgehoben, vor sternbesetztem HintergrundIm Universum könnte es viele Miniatur-Planetensysteme geben. Das lassen die Beobachtungen leichtgewichtiger Himmelskörper durch ein schottisch-kanadisches Forscherduo vermuten. Gut ein Drittel der Objekte, von denen einige nicht viel größer sind als der Jupiter, ist demnach von einer Staubscheibe mit dem Rohstoff für kleine Begleiter umgeben.

Grafik: NASA/JPL-Caltech/T. Pyle (SSC)

“Unsere Resultate zeigen, dass langlebige Staubscheiben - die Kinderstuben von Planeten - selbst bei extrem massearmen Objekten häufig vorkommen”, erklärt Alexander Scholz von der University of St Andrews. Vielleicht könnten auch Objekte mit lediglich 1 Prozent der Sonnenmasse ein regelrechtes Planetensystem entwickeln. “Man stelle sich ein Sonnensystem vor, in dem Planeten ein Objekt umkreisen, das selbst nicht viel größer ist als ein Planet!”

Vor einigen Jahren hatten Astronomen erstmals Hinweise auf isolierte Himmelsobjekte mit weniger als 15 Jupitermassen gefunden. Druck und Temperatur im Innern dieser Objekte reichen daher nicht einmal für eine vorübergehende Verschmelzung von Wasserstoffkernen aus. Scholz und sein Kollege Ray Jayawardhana von der University of Toronto nutzten das Weltraumteleskop Spitzer, um mehr über diese besonders leichten Braunen Zwerge oder “Planetary Mass Objects” herauszufinden. Ihre Resultate präsentieren sie demnächst in den “Astrophysical Journal Letters”.

Die beiden Astronomen ließen das Teleskop in den Sternhaufen Sigma Orionis starren, wo es eine große Zahl von “Planemos” gibt. Sie fanden, dass 4 von 14 beobachteten Objekten mit Massen zwischen 8 und 20 Jupitermassen intensive Infrarotstrahlung aussenden, die wahrscheinlich von Scheiben aus warmen, feinen Staubpartikeln stammt. Gemessen an dem Alter des Sternhaufens, könnten diese Staubscheiben bis zu 4 Millionen Jahre alt sein, so die Forscher. Ihrer Ansicht nach helfen die neuen Resultate bei der Klärung der Frage, ob die Leichtgewichte ähnlich “richtigen” Sternen beim Kollaps einer Gaswolke oder auf andere Art und Weise entstehen.

Forschung: Alexander Scholz, Scottish Universities Physics Alliance, School of Physics & Astronomy, University of St Andrews, St Andrews, und Ray Jayawardhana, Department of Astronomy & Astrophysics, University of Toronto, Toronto, Ontario

Zur Veröffentlichung akzeptiert von Astrophysical Journal Letters; Preprint arXiv:0711.2510

WWW:
Astronomy Group, University of St Andrews
Astronomy & Astrophysics, University of Toronto
Brown Dwarfs
Spitzer

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