Forscher finden galaktische Bausteine

28. November 2007 12:19 Drucken

Grafik: Graubild mit hellen und dunkleren Streifen, darin einige dunkle Flecken, durch numerierte Kästchen hervorgehobenAuf eine Reihe extrem leuchtschwacher Proto-Galaxien ist eine internationale Astronomengruppe gestoßen. Nach Ansicht der Forscher handelt es sich bei den 27 Objekten um die seit langem gesuchten Bausteine, aus denen große und kräftig strahlende Galaxien wie die Milchstraße entstanden.

Über drei Jahre ließen die Forscher eines der ESO-Großteleskope insgesamt 92 Stunden auf einen Fleck am Nachthimmel starren. Bild: ESO

Martin Rauch von der Carnegie Institution of Washington und seine Kollegen gelang die Entdeckung, indem sie eines der europäischen Großteleskope in Chile rund 92 Stunden lang auf einen fernen Quasar starren ließen. Ziel sei es eigentlich gewesen, in der Quasarstrahlung den optischen Fingerabdruck von intergalaktischem Gas zu finden, erläutert der Forscher. “Aber wie so oft in der Wissenschaft, stießen wir auf etwas völlig anderes.”

Schon seit geraumer Zeit wird vermutet, dass die Galaxien im frühen Universum aus der Verschmelzung kleinerer, gasreicher Gebilde hervorgingen. Wie die Forscher demnächst im “Astrophysical Journal” berichten, könnte es sich bei den neu entdeckten Objekten um eben solche Proto-Galaxien handeln. Das von dem Teleskop aufgefangene Licht stammt aus einer Zeit, als das Universum nur etwa 2 Milliarden Jahre alt war und damit noch in den Kinderschuhen steckte. Überwiegend von neutralem Wasserstoff stammend, lässt es zudem auf eine sehr zögerliche Sternentstehung schließen.

“Besonders aufregend ist unsere Entdeckung deshalb, weil sie uns eine Methode aufzeigt, die Bausteine normaler Galaxien in großer Zahl aufzuspüren”, erklärt Rauchs Kollege Martin Haehnelt von der University of Cambridge. “Nun können wir im Detail studieren, wie Galaxien vom Schlage unserer Milchstraße gewachsen sind.”

Forschung: Michael Rauch, Observatories of the Carnegie Institution of Washington, Pasadena, Kalifornien; Martin Haehnelt, Institute of Astronomy, University of Cambridge; Andrew Bunker, Anglo-Australian Observatory und School of Physics, University of Exeter; und andere

Zur Veröffentlichung akzeptiert von Astrophysical Journal; Preprint arXiv:0711.1354

WWW:
Carnegie Observatories
Institute of Astronomy, University of Cambridge
ESO Very Large Telescope
Evolution of Galaxies
Timeline of the Universe

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