Posted in: Kosmos, Sterne 2. Januar 2008 12:55 Weiter lesen →

Kosmische Staubfabrik

Gas- und Staubwolken um Cassiopeia A Massereiche Sterne schleudern am Ende ihres Lebens gewaltige Mengen von Staub ins All. Das belegen neue Aufnahmen des Weltraumteleskops Spitzer, die eine internationale Astronomengruppe angefertigt hat. Eine Supernova-Explosion in der kosmischen Nachbarschaft der Sonne setzte demnach Staub mit einem Vieltausendfachen der Erdmasse frei.

Gas- und Staubwolken von Cassiopeia A. Bilder: NASA/JPL-Caltech

Die Supernova fand im ausgehenden 17. Jahrhundert, gut 11.000 Lichtjahre von der Sonne entfernt, im Sternbild Cassiopeia statt. Ihre Überreste sind heutigen Astronomen unter der Bezeichnung Cassiopeia A als Quelle intensiver Radiostrahlung bekannt. Frühere Beobachtungen hatten bereits gezeigt, dass der Supernova-Überrest reichlich Staub enthält. Jeonghee Rho vom California Institute of Technology und ihre Kollegen wollten nun mehr über die Herkunft dieses Staubs erfahren. Dazu richteten sie das Weltraumteleskop nacheinander auf mehrere Hundert Stellen des Überrests.

Die jeweils angefertigten Infrarotspektren lassen auf Staubkörnchen aus Silikaten sowie Eisen- und Aluminiumoxiden schließen. Ihre Verteilung deckt sich gut mit der von gasförmigem Bestandteilen der Explosionswolke, etwa Argon und Neon. Selbst tief im Zentrum des Überrests sind sie vorhanden, berichtet die Gruppe demnächst im „Astrophysical Journal“. Die Masse des Staubs schätzen Rho und Kollegen auf bis zu 3 Prozent der Sonnenmasse, entsprechend 10.000 Erdmassen und gut zehnmal mehr, als bislang angenommen.

„Wir können nun mit Sicherheit sagen, dass in den Ejekta von Cassiopeia A Staub entstand – und zwar eine ziemliche Menge davon“, erklärt Rho. Der Staub habe sich erst aus dem gasförmigen Material gebildet und sei nicht schon vor der Supernova vorhanden gewesen. Die erstaunliche Produktivität der Cassiopeia-Supernova helfe verstehen, warum schon die frühesten Galaxien im Kosmos große Mengen von Staub enthalten hätten.

Forschung: Jeonghee Rho und Achim Tappe, Spitzer Space Science Center, California Institute of Technology, Pasadena, und Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics, Cambridge, Massachusetts; Takashi Kozasa, Department of Cosmosciences, Graduate School of Science, Hokkaido University, Sapporo; und andere

Zur Veröffentlichung akzeptiert von Astrophysical Journal; Preprint arXiv:0709.2880

WWW:
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Frühe galaktische Schmelztiegel

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