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Verwaiste Sternhaufen

8. Januar 2008

Die Natur merkwürdiger blauer “Klumpen” im All hat eine amerikanische Astronomin aufklären können. Ihre Beobachtungen mit dem Weltraumteleskop Hubble zeigen, dass es sich bei den relativ isoliert gelegenen Gebilden um Sternhaufen handelt. Möglicherweise sind sie in den Wirren einer großen Galaxienkollision entstanden.

Blue Blogs zwischen den Galaxien M81, M82 und NGC 3077
Die Lage der blauen “Klumpen” zwischen den Galaxien M81, M82 und NGC 3077. Grafik: NASA

Jeder einzelne der vermeintlichen “Klumpen” besitze einige Zehntausend Sonnenmassen, erläutert Duilia de Mello von der Catholic University of America. Und da sie - anders als typische Sternhaufen - relativ weit von der nächsten Galaxie entfernt seien, könnten die von ihren Sternen produzierten schweren Elemente leicht ins All gelangen.

Die neu entdeckten Sternhaufen finden sich im Raum zwischen den Galaxien M81, M82 und NGC 3077. Frühere Beobachtungen hatten gezeigt, dass der Wasserstoff in dem Gebiet sehr ungleichmäßig verteilt und zu regelrechten “Brücken” zwischen den Galaxien ausgezogen ist. De Mello und Kolleginnen konzentrierten sich auf klumpenförmige, ultraviolettes Licht aussendende Materialansammlungen in einer dieser Gasbrücken.

Zur Verblüffung der Astronominnen entpuppten sich die Klumpen auf den hochauflösenden Bildern als Gruppen von Sternen. “Anfangs konnten wir es gar nicht fassen, dass diese Sterne mitten im Nichts liegen”, so de Mello. Normalerweise sei das Gas in derart abgelegenen Gebieten zu weitläufig verteilt, als dass daraus ganze Sternhaufen entstehen könnten.

In diesem Falle sei es denkbar, dass das Material bei unsanften Begegnungen zwischen den drei Galaxien zumindest stellenweise auf das nötige Maß verdichtet worden sei. Zu dieser Annahme passe die Beobachtung, dass die bläulichen Sterne in den Haufen höchstens 200 Millionen Jahre alt seien. Ähnlich lang liege auch das Schwerkraftringen der drei Galaxien zurück.

Forschung: Duilia F. de Mello, Institute of Astronomy and Computational Sciences, Catholic University of America, Washington, D.C., und NASA Goddard Space Flight Center, Greenbelt, Maryland; Linda J. Smith, Space Telescope Science Institute, Baltimore, Maryland; und andere

Präsentation auf dem 211th Meeting of the American Astronomical Society, Austin, #122.02; Preprint arXiv:0711.2685

WWW:
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Colliding Galaxies
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Hubble

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