Posted in: Planeten 29. Februar 2008 14:01 Weiter lesen →

Mars: Grundwasser oder Gerölllawinen?

Aufnahme einer der hellen Schlieren mit fingerartigen Fortsätzen in einem Marskrater, daneben die simulierten Spuren flüssigen Wassers oder trockenen Gerölls, erstere eher diffus umrandet, letztere mit deutlichen FingernHelle Schlieren an Hängen auf dem Mars sind nicht unbedingt ein Zeichen für Wasser, lassen Berechnungen amerikanischer Geowissenschaftler vermuten. Tatsächlich stehen Form und Erscheinung der Strukturen eher im Einklang mit der Annahme, dass es sich um die Spuren kleinerer Hangrutsche handelt.

Bild: Jon Pelletier, University of Arizona

„Reines, flüssiges Wasser ist ausgeschlossen“, erklärt Jon Pelletier von der University of Arizona. Die beste Übereinstimmung mit den Beobachtungsdaten lieferten trockene Hangrutsche. Allerdings sei es auch denkbar, dass die hellen Materialfahnen von einer schlammigen Masse mit einem Wassergehalt um 50 Prozent stammten.

Im Jahr 2006 hatte eine Forschergruppe um Michael Malin über helle, schlierenartige Strukturen berichtet, die seit dem Jahr 1999 in Abflussrinnen an den Hängen von Marskratern aufgetaucht waren. Eine mögliche Ursache hatte die Gruppe in Grundwasser vermutet, das aus dem Kraterwall ausgetreten, den Hang hinabgeflossen und schließlich gefroren war.

Pelletier und Kollegen überprüften diese Vermutung durch Modellrechnungen. Anhand von Daten der Sonde Mars Reconnaissance Orbiter erstellten die Forscher ein topographisches Modell eines Kraterhangs in den Centauri Montes, wo Malin und Kollegen eine der neuen Ablagerungen entdeckt hatten. Dann simulierten sie im Computer, welche Spuren Wasser oder Gerölllawinen an dem Hang hinterlassen würden. Ihre Resultate präsentieren sie im Fachblatt „Geology“.

Die größte Ähnlichkeit mit den beobachteten Schlieren hätten Lawinen trockenen, körnigen Materials ergeben, so Pelletier weiter. Eigentlich habe er mit einem anderen Resultat gerechnet: „Ursprünglich war ich davon ausgegangen, dass wir die Annahme flüssigen Wassers bestätigen würden.“ Die Frage nach der Existenz flüssigen Wassers im Marsboden sei damit aber noch nicht geklärt, betont der Forscher.

Forschung: Jon D. Pelletier, Kelly J. Kolb und Alfred S. McEwen, Department of Geosciences und Department of Planetary Sciences, University of Arizona, Tucson; Randy L. Kirk, USGS Astrogeology Program, Flagstaff, Arizona

Veröffentlichung Geology, Vol. 36(3), pp 211-4, DOI 10.1130/G24346A.1

WWW:
Jon Pelletier, University of Arizona
Mars
NASA Images Suggest Water Still Flows in Brief Spurts on Mars
Mars Exploration, NASA

Lesen Sie dazu im Scienceticker:
Mars: Abflussrinnen auch ohne Wasser
Bodensalze könnten Marswasser flüssig halten

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