Posted in: Planeten 7. März 2008 12:47 Weiter lesen →

Marskrater stand zwei Mal unter Wasser

Blick von oben auf einen Hang, in dem verschieden helle und unterschiedlich grob strukturierte Schichten zutage tretenEin großer Krater auf dem Mars scheint für längere Zeit einen See beherbergt zu haben. Diese Ansicht bekräftigen Beobachtungen, über die amerikanische Forscher im Fachblatt „Geology“ berichten. In dem rund 140 Kilometer großen Krater finden sich große Trümmerstücke eines Einschlags, über die sich später eine Schicht feinkörnigen Sediments gelegt hat.

Der Krater Holden kann auf eine wechselvolle Vergangenheit zurückblicken. Bild: NASA/JPL/University of Arizona

Dieses Material habe sich vermutlich in einem langlebigen und ruhigen See abgelagert, erklärt Alfred McEwen von der University of Arizona. Eine solche „potenziell lebensfreundliche Umgebung“ stelle ein verlockendes Ziel für Probeentnahmen im Rahmen künftiger Missionen dar, so der Planetologe.

McEwen und Kollegen analysierten Aufnahmen des Kraters Holden, die die Sonde Mars Reconnaissance Orbiter zur Erde gefunkt hatte. Die Bilder der HiRISE-Kamera zeigen eine Lage bis zu 50 Meter großer Felstrümmer, die im Kraterwall zutage tritt und auf die gewaltsame Entstehung des Kraters zurückgeht. Darüber liegt eine feine Sedimentschicht, die – gemessen an ihrem Lichtspektrum – zu mindestens 5 Prozent aus Phyllosilikaten besteht. Diese Tonmineralien deuten auf eine gründliche Verwitterung des Ausgangsgesteins in Gegenwart von flüssigem Wasser hin.

Damit nicht genug: Auf die Tonschicht folgen mehrere Schichten von Schwemmmaterial, das wiederum große Gesteinsbrocken enthält. Nach Ansicht der Forscher wurde dieses Material abgelagert, als sich im Uzboi Vallis, südwestlich von Holden, aufgestautes Wasser jäh seinen Weg in den Krater bahnte. „Diese Überschwemmung muss spektakuläre Ausmaße gehabt haben“, erklärt John Grant von der Smithsonian Institution in Washington, D.C., der Erstautor der Studie. Seiner Ansicht nach dürfte der erste, ruhige See mindestens einige Jahrtausende bestanden haben.

Forschung: John A. Grant, Center for Earth and Planetary Studies, Smithsonian Institution, Washington, D.C.; John P. Grotzinger, Division of Geological and Planetary Sciences, California Institute of Technology, Pasadena; Alfred S. McEwen, Lunar and Planetary Laboratory, University of Arizona, Tucson; und andere

Veröffentlichung Geology, Vol. 36(3), pp 195-8, DOI 10.1130/G24340A.1

WWW:
Smithsonian Center for Earth and Planetary Studies
Lunar and Planetary Laboratory, University of Arizona
Noachis Terra: Der Krater Holden und Uzboi Vallis
Phoenix-Mission: Es gibt kein Bier auf dem Mars
Mars Reconnaissance Orbiter

Lesen Sie dazu im Scienceticker:
Ein zugefrorener See auf dem Mars
Goethit: Wasser veränderte Marsgesteine
Mars hatte offene Wasserflächen

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