Posted in: Astrobiologie, Exoplaneten 10. März 2008 13:11 Weiter lesen →

Nahe Exoplaneten wahrscheinlich

Anblick eines Planeten mit dichter Wolkendecke, leicht bläulich gefärbt, vor tiefschwarzem HintergrundEiner der sonnennächsten Sterne dürfte mit einiger Wahrscheinlichkeit lebensfreundliche Planeten beherbergen. Zu diesem Schluss kommt eine amerikanische Astronomin nach Computersimulationen der Planetenbildung um Alpha Centauri B. Bei gut 40 Prozent der im Modell entstandenen Planeten handelte es sich um Welten vom Kaliber der Erde mit „lebensfreundlichen“ Bedingungen.

Bild: NASA/JPL/Space Science Institute

Im Verein mit der großen Nähe, dem hohen Gehalt schwerer Elemente und dem gutmütigen Verhalten von Alpha Centauri B, rechtfertigten die neuen Resultate ausführliche Beobachtungen, so Javiera Guedes von der University of California in Santa Cruz. Der gleichen Ansicht ist auch ihr Doktorvater Gregory Laughlin: „Ich denke, dass es dort Planeten gibt und dass es sich lohnt, danach zu suchen.“

Alpha Centauri B ist etwa 4,3 Lichtjahre von der Sonne entfernt und bildet – zusammen mit einem ebenfalls sonnenähnlichen Partner – ein Doppelsternsystem. Guedes und Kollegen ahmten dieses System im Computer nach. Dabei umgaben sie den Stern mit einer Scheibe, die im Abstand zwischen 1 und 3,5 Erdbahnradien bis zu 900 mondgroße Gesteinsbrocken enthielt. Dann verfolgten sie über 200 Millionen Jahre die Entwicklung dieser Protoplaneten.

Bei allen acht Simulationen wurde zunächst ein großer Teil der Masse ins All katapultiert oder stürzte in Alpha Centauri B. Die übrigen Brocken vereinten sich jedoch zu 1 bis 4 Planeten, von denen mindestens einer das 1- bis 2-Fache der Erdmasse besaß. Von diesen Welten umkreisten 42 Prozent den Stern in einem Abstand, der die Existenz von flüssigem Wasser erlauben würde, berichtet die Gruppe demnächst im „Astrophysical Journal“.

Solche Planeten würden Alpha Centauri B durch ihren Schwerkraftzug in leichtes Taumeln versetzen. Guedes und Kollegen gehen davon aus, dass die resultierende Dopplerverschiebung im Lichtspektrum des Sterns mit heute verfügbaren Teleskopen nachweisbar wäre. Voraussetzung dafür seien regelmäßige Beobachtungen.

Forschung: Javiera M. Guedes und Gregory Laughling, Department of Astronomy and Astrophysics, University of California at Santa Cruz; Debra A. Fisher, Department of Physics and Astronomy, San Francisco State University; und andere

Zur Veröffentlichung akzeptiert von Astrophysical Journal; Preprint arXiv:0802.3482

WWW:
University of California Observatories
Homepage Javiera Guedes
Stellar Neighbors of the Sun
Extrasolar Planets Encyclopaedia

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