Posted in: Exoplaneten 10. April 2008 12:49 Weiter lesen →

Weitere „Super-Erde“ entdeckt

Illustration zeigt Blick auf Welt mit Wolkenbändern nahe einer weiß glimmenden Sonne Europäische Astronomen haben starke Hinweise auf einen felsigen Planeten bei einem Nachbarstern der Sonne gefunden. Ihren Modellrechnungen zufolge, dürfte der Planet lediglich 5 Erdmassen besitzen. Damit wäre die „Super-Erde“ der kleinste, bislang bekannte Exoplanet.

Der vermutete Exoplanet dürfte lediglich 5,2 Erdtage für einen Umlaufbahn um sein Zentralgestirn benötigen. Bild: NASA/JPL-Caltech

Der Neuling umkreist den Stern GJ 436, gut 33 Lichtjahre von der Sonne entfernt im Sternbild des Löwen gelegen. Bei dem Stern war bereits vor vier Jahren ein Exoplanet entdeckt worden. Erst dessen ungewöhnliche Umlaufbahn brachte Ignasi Ribas vom Institut für Weltraumforschung bei Barcelona und seine Kollegen auf die Spur des neuen, vergleichsweise kleinen Planeten.

„Unsere Studie eröffnet damit eine neuen Weg zur baldigen Entdeckung noch kleinerer Planeten“, ist Ribas überzeugt. „Das Ziel ist es, schließlich Welten zu finden, die der Erde mehr oder weniger stark ähneln“, so der Forscher.

Bei dem neuen Planeten handle es sich um die vierte bekannte „Super-Erde“, erklärt Ribas‘ Kollege Jean-Philippe Beaulieu vom Institut für Astrophysik in Paris und vom University College London. Ausgehend von der Umlaufbahn des Planeten und den Eigenschaften seines Gestirns, könnten an seiner Oberfläche Temperaturen zwischen 130 und 430 Grad Celsius herrschen. Insbesondere an den Polen könnten sie aber auch unter dem Siedepunkt von Wasser liegen.

Schon im Jahr 2004 war entdeckt worden, dass GJ 436 eine Taumelbewegung aufweist, wie sie durch den Schwerkraftzug eines Planeten hervorgerufen wird. Obwohl das System vergleichsweise alt ist, zieht dieser Planet auf einer „jugendlichen“, elliptischen Bahn um seinen Stern. Die Modellrechnungen der Forscher ergaben nun, dass dieses Phänomen durch die Anwesenheit eines weiteren Planeten erklärt werden kann. Tatsächlich lassen sich Hinweise auf diesen Planeten auch in archivierten Beobachtungsdaten finden, berichtet die Gruppe in den „Astrophysical Journal Letters“.

Der neue Planet sollte demnach alle 5,2 Erdtage um seinen Stern kreisen und sich alle 4,2 Erdtage einmal um sich selbst drehen. Als Resultat dieser beiden Bewegungen würde es auf der fernen Welt rund 4 „Jahre“ von einem Sonnenaufgang zum nächsten dauern.

Forschung: Ignasi Ribas, Andreu Font-Ribera und Jean-Philippe Beaulieu, Institut de Ciències de l’Espai, Bellaterra, Institut d’Astrophysique de Paris, Université Pierre et Marie Curie, Paris, und Department of Physics and Astronomy, University College London

Veröffentlichung Astrophysical Journal Letters, Vol. 677, pp L59-L62, DOI 10.1086/587961

WWW:
Institut de Ciències de l’Espai
Institut d’Astrophysique de Paris
HOLMES – Hunting for Low Mass Extrasolar Planets
Extrasolar Planets Encyclopaedia
GJ 436

Lesen Sie dazu im Scienceticker:
Möglicher Wasserplanet entdeckt
Erster lebensfreundlicher Exoplanet entdeckt

Posted in: Exoplaneten
Möchten Sie den Beitrag bewerten?
SchlechtLangweiligGut zu wissenInteressantSpannend! (1 Bewertungen, im Schnitt 4,00 von 5)
Loading...

Drucken Drucken


Die Kommentare sind geschlossen.