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Galaktisches Duo rückt näher

9. Mai 2008

Übersichtsaufnahme zeigt die beiden Antennengalaxien und die im weiten Bogen geschwungenen Filamente Wie groß und wie aktiv ein kosmisches Objekt ist, können Astronomen erst einschätzen, wenn sie dessen Entfernung bestimmt haben. Das ist nicht immer ganz unproblematisch, belegen neue Beobachtungen einer internationalen Astronomengruppe. Ein Paar verschmelzender Galaxien in der Nachbarschaft der Milchstraße liegt demnach gut ein Drittel näher als bislang angenommen.

Die Antennen-Galaxien verdanken ihren Namen zwei langen Filamenten aus Sternen und Gas. Das Quadrat markiert die von Saviane und Kollegen studierte Region. Bild: NASA, ESA & Ivo Saviane (European Southern Observatory)/Robert Gendler

Die beiden Antennen-Galaxien sind lediglich 45 Millionen Lichtjahre von der Milchstraße entfernt, schätzen Ivo Saviane von der Europäischen Südsternwarte in Chile und seine Kollegen. Bislang waren Forscher von mindestens 65 Millionen und mitunter sogar von 100 Millionen Lichtjahren ausgegangen. Diese hohen Werte hatten es allerdings nötig gemacht, den beiden vermeintlichen Riesen extreme physikalische Eigenschaften zuzuschreiben.

Auch ohne solche Annahmen stellen die Antennen-Galaxien eines der erstaunlichsten Beobachtungsobjekte am Nachthimmel. Ihren Namen verdanken sie langen, aus Sternen und Gas bestehenden Filamenten. Diese “Antennen” entstanden, indem die beiden Galaxien auf Kollisionskurs gingen und mit ihrer Schwerkraft aneinander zerrten. Das Ringen dürfte bereits einige Hundert Millionen Jahre währen und ist für irdische Astronomen umso interessanter, als es sich gewissermaßen vor der eigenen Haustür abspielt.

“Alle neuen Modelle der galaktischen Evolution müssen die Merkmale der Antennen-Galaxien reproduzieren können”, erklärt Saviane die große Bedeutung der beiden Galaxien als Prüfstein für neue Theorien.

Saviane und Kollegen nutzen das Weltraumteleskop Hubble, um das südliche Filament eingehend zu beobachten. Insbesondere hatten es die Forscher auf Sterne abgesehen, die sich gegen Ende ihres Lebens massiv aufgebläht haben. Wahrscheinlich kann die Leuchtkraft dieser Roten Riesen einen bestimmten Wert nicht überschreiten. Aus der größten beobachteten Helligkeit konnten die Forscher daher auf die Entfernung der Sterne schließen. Ihre Resultate präsentieren sie im “Astrophysical Journal”.

Forschung: Ivo Saviane, European Southern Observatory, Santiago, Chile; Yazan Momamy, Osservatorio Astronomico di Padova, Padua; und andere

Veröffentlichung Astrophysical Journal, Vol. 678(1), pp 179-86, DOI 10.1086/533408; Preprint arXiv:0802.1045

WWW:
European Southern Observatory
Hubble (ESA)
Colliding Galaxies
The Universe Within 100 Million Light-Years

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