Kleiner Stern ganz groß
20. Mai 2008
Auch Leichtgewichte unter den Sternen können immense Energieausbrüche produzieren. Ein solches Ereignis haben amerikanische Forschungssatelliten kürzlich beobachtet. Der Strahlungsausbruch auf einem Zwergstern in der kosmischen Nachbarschaft der Erde war schätzungsweise tausendmal stärker als alle Ausbrüche, die bislang auf der Sonne beobachtet worden sind.
“Die schiere Größenordnung dieses Ausbruchs ist beispiellos, dabei wurde er in unserem kosmischen Hinterhof von einem Stern des am weitesten verbreiteten Typs produziert”, erläutert Rachel Osten von der University of Maryland und vom Goddard Space Flight Center der NASA. Die Forscherin studiert den Zwergstern seit geraumer Zeit und hat dort schon mehrfach ungestüme Aktivität registriert. “Dieser Ausbruch stellt jedoch alle bisherigen in den Schatten.”
Der Energieausbruch oder Flare ereignete sich am 25. April und wurde zunächst von dem amerikanischen Satelliten Wind registriert. Keine zwei Minuten nahm der auf energiereiche Ereignisse spezialisierte Satellit Swift den Stern EV Lacertae ins Visier. Im Sternbild der Eidechse zwischen Andromeda und Schwan gelegen, ist der Stern nur etwa 16 Lichtjahre von der Sonne entfernt. Dennoch kann sein schwaches Leuchten nicht mit bloßem Auge wahrgenommen werden - normalerweise. In diesem Fall war seine Strahlung so intensiv, dass sich das optische Teleskop an Bord von Swift sicherheitshalber abschaltete. Das Röntgenteleskop des Satelliten registrierte noch acht Stunden später erhöhte Werte.
Die Ursache für die starke Aktivität vermutet Osten in der raschen Rotation des jungen Sterns. Während sich die Sonne einmal in vier Wochen dreht, benötigt EV Lacertae nur wenige Stunden. Als Resultat könnten sich an seiner Oberfläche sehr starke Magnetfelder aufbauen und bei einer plötzlichen Umorientierung große Energiemengen freisetzen. Die neuen Resultate seien umso interessanter, als rote Zwergsterne die mit Abstand häufigsten Sterne seien, so die Forscherin. Die jugendlich ungestüme Aktivität könnte durchaus die Entwicklung von Leben in ihrer Umgebung beeinträchtigen.
Forschung: Rachel Osten, Astronomy Department, University of Maryland, College Park; und andere
WWW:
Astronomy, University of Maryland
Flares
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