(3. Update) Phoenix nimmt erste “richtige” Bodenprobe

7. Juni 2008 09:51 Drucken

Foto zeigt Blick in die Schaufel, metallenes eckiges Gehäuse, und darin hell-rotbräunliches, leicht klumpiges und teils weißlich gestipptes Material Gut zwei Wochen nach seiner Landung auf dem Mars hat der Lander Phoenix die erste Bodenprobe zwecks Analyse genommen. Die zur Erde geschickten Bilder zeigen die Schaufel am Roboterarm des Landers und darin das klumpige, rotbräunliche Material aus der obersten Bodenschicht.

Die Bodenprobe, bereit zur Analyse, aufgenommen von der Roboterarm-Kamera des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung. Bild: NASA/JPL-Caltech/University of Arizona/Max Planck Institute

Wie die Universität Arizona und die Weltraumbehörde NASA mitteilen, hat Phoenix bereits das Kommando erhalten, die Bodenprobe auf dem zuvor geöffneten Aufnahmeschacht des Thermal and Evolved-Gas Analyzers (TEGA) zu deponieren. Kamerabilder zeigen, dass der Roboterarm der Sonde die Probe wie vorgesehen platziert hat. Allerdings war zunächst kaum etwas von dem Material durch eine siebartige Abdeckung bis in das Instrument gefallen – möglicherweise ist es schlicht zu klumpig.

Die beteiligten Ingenieure haben versucht, das Problem durch Schütteln der siebartigen Schachtabdeckung zu beseitigen. Erst nach mehreren Versuchen war dieses Vorgehen von Erfolg gekrönt – möglicherweise musste sich zunächst Feuchtigkeit aus dem exponierten Boden verflüchtigen und so den Zusammenhalt der Bodenpartikel schwächen. Derweil haben die Kontrolleure eine vielversprechende Alternativstrategie ersonnen. Dabei wird der Schaufelinhalt nicht einfach auf den TEGA-Schacht gekippt. Vielmehr wird die Schaufel in Position gebracht, leicht geneigt und dann selbst – vermittels einer angebrachten “Eis-Raspel” – in Vibration versetzt. Dabei rieseln feine Partikel lockeren Materials herab.

In dem Instrument mit seinen acht Einzelöfen wird die Probe gleichmäßig auf bis zu 1.000 Grad Celsius erhitzt, die dazu nötige Wärmeenergie registriert und die freigesetzten Gase analysiert. Die Forscher um Peter Smith interessiert nicht nur, ob dabei auch Wasserdampf freigesetzt wird, sondern auch, bei welchen Temperaturen das geschieht. Dies könnte weitere Aufschlüsse über die Zusammensetzung des Bodens liefern, da verschiedene Mineralien Wasser unterschiedlich stark binden.

Die Bodencrew hatte Phoenix in den letzten Tagen bereits zweimal Bodenproben nehmen und dann wieder verwerfen lassen, um sich an die Beschaffenheit des Materials zu gewöhnen. Dies war nötig, um nicht mehr Material als nötig zu nehmen und den Aufnahmeschacht des TEGA-Instrument zu überfordern. Die aktuelle Probe entspreche einer Viertel bis Drittel Schaufel und habe damit das richtige Volumen, so die Forscher.

Forschung: Peter Smith, Lunar and Planetary Lab, University of Arizona, Tucson; Horst Uwe Keller, Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung, Katlenburg-Lindau; und andere

WWW:
Phoenix (University of Arizona)
- Thermal and Evolved-Gas Analyzer
Mars
Viking Lander Biology Experiment

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