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Super-Erden im Dreierpack

Illustration zeigt Blick über den Horizont eines felsigen Planeten auf zwei Vettern und eine orangerötliche Sonne [1] Gleich drei „Super-Erden“ umkreisen einen Stern in der kosmischen Nachbarschaft der Sonne, haben schweizerische und französische Astronomen entdeckt. Die Massen der Planeten liegen zwischen dem 4-Fachen und dem 10-Fachen der Erdmasse.

Die drei neuen Exoplaneten bringen es auf das 4,2-, 6,7- bzw. 9,4-Fache der Erdmasse. Bild: ESO

Der Fund belege, dass die Suche nach erdähnlichen Planeten mit großen Schritten voranschreite, erklärt Michel Mayor von der Genfer Sternwarte. Erst im Jahr 1995 hatten der Forscher und seine Kollegen den ersten extrasolaren Planeten nachgewiesen, einen Riesen von gut 150 Erdmassen. Seitdem haben empfindlichere Instrumente und längere Beobachtungszeiten die Entdeckung immer kleinerer Exoplaneten ermöglicht.

Mayor und Kollegen fanden die drei Neulinge bei dem sonnenähnlichen Stern HD 40307, gut 42 Lichtjahre von der Sonne entfernt in der Nähe des Sternbildes Schwertfisch gelegen. Die Forscher nutzten ein hochempfindliches Spektrometer der Europäischen Südsternwarte in Chile, um über einen Zeitraum von fünf Jahren immer wieder das Licht des Sterns zu analysieren. Dabei stießen sie auf regelmäßige Verschiebungen des Spektrums, wie sie auf den Schwerkraftzug dreier Planeten zurückgehen.

Alle drei „Super-Erden“ rasen in höchstens 50 Tagen in geringem Abstand um ihr Zentralgestirn, berichten Mayor und Kollegen auf einer Fachtagung in Nantes. Ähnlich eilig haben es 45 weitere Planetenkandidaten bei anderen Sternen, die den Forschern im Rahmen ihrer systematischen Fahndung ebenfalls ins Netz gegangen sind.

Bislang sind Astronomen bei jedem 14., auf Planeten untersuchten Stern fündig geworden. „Höchstwahrscheinlich gibt es noch viele weitere Planeten – nicht nur Super-Erden und neptunähnliche Planeten auf weiten Umlaufbahnen, sondern auch erdähnliche Planeten, wie wir sie noch nicht nachweisen können“, erklärt Mayors Kollege Stéphane Udry. „Und wenn man die bereits bekannten jupiterähnlichen Planeten mit berücksichtigt, kann man durchaus zu dem Schluss kommen, dass Planeten allgegenwärtig sind.“

Forschung: Didier Queloz, Michel Mayor und Stéphane Udry, Observatoire de Genève, Genf; François Bouchy, Institut d’Astrophysique de Paris; und andere

Präsentation auf der Tagung Extra Solar Super-Earths, Nantes; zur Veröffentlichung eingereicht bei Astronomy & Astrophysics

WWW:
The Geneva Extrasolar Planet Search Programmes [2]
Extrasolar Planets Encyclopaedia [3]
HD 40307 [4]
HARPS, ESO La Silla [5]

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Weitere „Super-Erde“ entdeckt [6]
Vertraute Verhältnisse in fernem Planetensystem [7]