Jupiters neuer roter Fleck kommt unter die Räder
17. Juli 2008
Erst kürzlich aufgetaucht, hat ein kleiner roter Fleck in der Gashülle des Jupiter ein jähes Ende gefunden. Amerikanische Astronominnen haben mit dem Weltraumteleskop Hubble beobachtet, wie der Wirbelsturm zwischen den berühmten großen roten Fleck und einen weiteren Wirbelsturm geriet und zwischen ihnen förmlich zermalmt wurde.
28. Juni: Das Drama nimmt seinen Lauf. Bild: NASA, ESA, and A. Simon-Miller (Goddard Space Flight Center). N. Chanover (New Mexico State University) and G. Orton (Jet Propulsion Laboratory)
Der letzte Akt des planetarischen Dramas steht noch bevor, vermuten Amy Simon-Miller vom Goddard Space Flight Center und ihre Kolleginnen. Das Überbleibsel des unglücklichen Flecks, nunmehr ein farbloses Gebilde, könnte schon bald erneut in den Sog des großen roten Wirbels geraten und endgültig darin verschwinden.
Erst Ende Mai war berichtet worden, dass sich zu dem berühmten großen roten Fleck des Jupiter - einem Wirbelsturm von gut 20.000 Kilometern Ausdehnung - und einem “nur” halb so großen Vetter ein dritter Fleck gesellt hatte. Der Neuling lag im gleichen Wolkenband wie der große rote Fleck, während sich der zweite Fleck, formell als Oval BA bezeichnet, etwas weiter südlich dreht. Dass eine Kollision bevorstand, war klar.

8. Juli: Am Ostrand des großen roten Flecks ist ein neuer kleiner Wirbel erschienen. Bild: NASA, ESA, and A. Simon-Miller (Goddard Space Flight Center). N. Chanover (New Mexico State University) and G. Orton (Jet Propulsion Laboratory)
Die Hubble-Bilder und eine Vielzahl von Amateuraufnahmen zeigen, wie das Drama Ende Juni seinen Lauf nimmt. Von Westen kommend, nähert sich der Neuling langsam dem großen roten Fleck und erreicht diesen etwa zur gleichen Zeit, als auch der zweite rote Fleck direkt unter seinem großen Vetter steht. Schließlich gerät der kleine Fleck in die - gegen den Uhrzeigersinn verlaufende - Strömung des großen Wirbels und wird an dessen Südrand rasch in die Länge gezogen.
Kurz darauf erscheinen einige helle Punkte am Nordrand des großen roten Flecks - möglicherweise Material des kleinen Flecks, das mit fast 200 Metern pro Sekunde um den riesigen Wirbel gerast ist. Erst einen Tag später taucht an dessen Ostrand erneut ein kleiner roter Fleck auf. Dessen Farbe wird zunächst sogar intensiver, dann jedoch immer blasser, während der Fleck schließlich etwas östlich des großen roten Flecks zur Ruhe kommt.
Forschung: Amy Simon-Miller, Planetary Systems Laboratory, NASA-Goddard Space Flight Center, Greenbelt, Maryland; Nancy Chanover, Department of Astronomy, New Mexico State University, Las Cruces; und andere
WWW:
Planetary Systems Laboratory, Goddard Space Flight Center
Space Telescope Science Institute
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