Funkelnde Sterne über der Antarktis
30. Juli 2008 13:01
Nirgends funkeln die Sterne schöner als über den Eiswüsten des Südpols. Das belegen Daten, die deutsche und italienische Astronomen im Rahmen eines wahren Beobachtungsmarathons in der Antarktis gesammelt haben. Ganze 243 Stunden lang konnten sie zwei Sterne im Blick behalten und so Erkenntnisse über deren Verhalten und Aussehen gewinnen.
Während der Polarnacht an der Concordia-Station hellt sich allenfalls der Nordhorizont zur Mittagszeit etwas auf. Foto: Runa Briguglio
Die beiden Sterne im Sternbild Centaur sind alles andere als gleichmäßig leuchtende Gaskugeln, berichten Klaus Strassmeier vom Astrophysikalischen Institut Potsdam und seine Kollegen demnächst im Fachblatt “Astronomy & Astrophysics”. Während der eine Stern vibriert wie ein Gong, ist der andere von großen, relativ kühlen Flecken bedeckt.
Strassmeier und Kollegen analysierten Daten, die ein halbautomatisches Teleskop in der Forschungsstation Concordia im Juli 2007 gesammelt hatte. Die französisch-italienische Station liegt weit jenseits des Südpolarkreises auf einer als “Dome C” bezeichneten Kuppe inmitten des antarktischen Plateaus. Die dünne und trockene Luft in gut 3.200 Metern Höhe, die lange Polarnacht und das Fehlen jeglicher “Lichtverschmutzung” sorgen für ideale Beobachtungsbedingungen an einem der kältesten Orte der Erde.
Die Forscher nutzten diese Bedingungen, um die beiden Sterne V1034 Centauri und V841 Centauri mehr als zehn Tage lang mit einer nur sechsstündigen Unterbrechung zu beobachten. Ersterer pulsiert förmlich und wird dabei heller und dunkler. Dieses “Funkeln” weist neben einem Haupttakt von etwa 5,7 Stunden mindestens 23 weitere Frequenzen auf und könnte daher tiefe Einblicke in den Aufbau des Sterns liefern, fand die Gruppe. Der zweite Stern weist dagegen dunkle Flecken auf. Seine Helligkeitsschwankungen lassen auf zwei solcher Gebilde schließen, die einander gegenüber liegen und rund 44 bzw. 10 Prozent der jeweiligen Hemisphäre einnehmen.
Forschung: Klaus G. Strassmeier und Thomas Granzer, Astrophysikalisches Institut Potsdam; Runa Antonio Briguglio, Dipartimento di Fisica, Università di Perugia, und Concordia, Dome C, Antarctica; und andere
Zur Veröffentlichung akzeptiert von Astronomy & Astrophysics; Preprint arXiv:0807.2970
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