Posted in: Sonnensystem 8. September 2008 14:06 Weiter lesen →

Pendelnde Monde zeichnen Ringbögen

Schwarzweißbild zeigt Anthe als hellen Fleck, von dem aus sich ein unvollständiger Kreisbogen erstreckt, im Hintergrund einige Sterne Der Saturn ist nicht nur von vollständigen Ringen umgeben, sondern auch von mehr oder weniger kurzen Ringbögen. Eine Erklärung für die Entstehung dieser Gebilde liefern neue Aufnahmen der Sonde Cassini. Die Bögen scheinen demnach von kleinen Monden „gemalt“ zu werden, die mal etwas schneller und dann wieder etwas langsamer um den Saturn kreisen.

Der von Anthe ausgehende Ringbogen erstreckt sich über einen Winkel von etwa 20 Grad. Bild: NASA/JPL/Space Science Institute

Die Bilder der europäisch-amerikanischen Sonde zeigen erstmals einen Ringbogen, der von dem nur 1 Kilometer großen Mond Anthe ausgeht, und bestätigen die Existenz eines weiteren Bogens bei dem ähnlich kleinen Mond Methone. Beide Bögen liegen genau auf den Umlaufbahnen der Monde um den Saturn. Damit nicht genug, überdecken sie eben jene Bahnsegmente, in denen die beiden Monde unter dem Schwerkraftzug eines größeren Vetters hin und her pendeln.

Vermutlich gehen die Ringbögen auf Material zurück, das laufend bei kleinen Einschlägen auf Anthe und Methone emporgeschleudert wird und so deren Bewegung nachzeichnet, glauben Nicholas Cooper vom Queen Mary College der University of London und seine Kollegen.

Das Pendeln der beiden Monde kommt durch eine Resonanz mit dem ungleich größeren Mond Mimas zustande. In der gleichen Zeit, die Anthe für zehn Umläufe um den Saturn benötigt, absolviert Mimas elf Umläufe. Im Falle von Methone und Mimas beträgt das Verhältnis 14 zu 15. Beide Monde verspüren die Schwerkraft von Mimas daher regelmäßig an den gleichen Punkten ihrer Umlaufbahnen. Als Folge werden sie im Wechsel beschleunigt und gebremst.

Das gleiche Wechselspiel dürfte auch verhindern, dass sich das emporgeschleuderte Material weiter ausbreitet und vollständige Ringe um den Saturn bildet, vermuten die Forscher. Bei anderen Monden, die keiner ausgeprägten Resonanz unterliegen, sei dies aber geschehen.

Forschung: Nicholas J. Copper, Astronomy Unit, School of Mathematical Sciences, Queen Mary, University of London; Carolyn C. Porco, Cassini Imaging Central Laboratory for Operations, Space Science Institute (CICLOPS), Boulder, Colorado; und andere

Veröffentlichung IAU Circular No. 8970

WWW:
Astronomy Unit, Queen Mary, University of London
CICLOPS
Orbital Resonance
Cassini-Huygens (ESA)

Lesen Sie dazu im Scienceticker:
Eisiges Mahlwerk erhält Saturnringe
Saturnmond verschönert seine Nachbarn

Posted in: Sonnensystem
Möchten Sie den Beitrag bewerten?
SchlechtLangweiligGut zu wissenInteressantSpannend! (noch unbewertet)
Loading...

Drucken Drucken


Die Kommentare sind geschlossen.