Posted in: Sonnensystem 18. September 2008 18:19 Weiter lesen →

Fünfter Zwergplanet getauft

Illustration zeigt einen eisigen Körper von der Form einer Honigmelone und zwei kleine runde Begleiter Die Taufe eines neuen Zwergplaneten gibt die Internationale Astronomische Union bekannt. Bislang als 2003 EL61 bezeichnet, trägt der eisige Felsbrocken in den Außenbezirken des Sonnensystems fortan den Namen Haumea – nach der hawaiianischen Göttin der Fruchtbarkeit.

Haumea, ihre beiden Monde und eine Reihe weiterer Objekte sind möglicherweise Trümmerstücke aus einer Kollision. Bild: NASA, ESA, and A. Feild (STScI)

Haumea ist nach Ceres, Pluto, Eris und Makemake der fünfte Zwergplanet. Gemäß der Definition der IAU bezeichnet der Begriff ein Objekt, das um die Sonne kreist und unter seiner eigenen Schwerkraft eine runde Form angenommen hat, seine Umgebung jedoch nicht von anderen Objekten freigeräumt hat. Da Haumea jenseits des Neptun ihre Bahn zieht, zählt sie zu den Plutoiden unter den Zwergplaneten.

Haumea besitzt in etwa die Gestalt einer Honigmelone und misst entlang ihrer Längsachse gut 2.000 Kilometer. Zudem dreht sie sich alle vier Stunden einmal um eine ihrer Querachsen. Nicht zuletzt besitzt sie zwei kleine Monde, die nun – nach zwei Sprösslingen Haumeas – die Namen Hiika und Namaka erhalten haben. Das Trio zieht auf einer stark elliptischen Bahn um die Sonne, auf der noch weitere Objekte unterwegs sind. Es wird vermutet, dass es sich um die Trümmerstücke einer Kollision handelt.

Zwei Astronomengruppen beanspruchen den Entdeckerruhm für sich. Im Juli 2005 berichteten José Ortega vom Instituto de Astrofísica de Andalucía und Kollegen erstmals über die Entdeckung des Objekts auf Bildern aus dem Jahre 2003 berichtet. Eine Gruppe um Michael Brown vom California Institute of Technology wirft den spanischen Forschern allerdings vor, diese hätten das Objekt nicht ohne Hilfe auf den alten Aufnahmen finden können. Demnach sollen sich die Spanier jüngerer Beobachtungsdaten der Amerikaner bedient haben, die Haumea ebenfalls schon seit geraumer Zeit verfolgten.

Forschung: José Luis Ortiz Moreno, Departamento Sistema Solar, Instituto de Astrofísica de Andalucía, Granada; Michael E. Brown, Division of Geological and Planetary Sciences, California Institute of Technology, Pasadena; und andere

WWW:
International Astronomical Union
Pluto and the Developing Landscape of Our Solar System
Michael Brown, California Institute of Technology
Instituto de Astrofísica de Andalucía

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„Plutoiden“: Eine Klasse für sich
Kuipergürtel: Kollision im Eishaus

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