Posted in: Kosmos, Sterne 19. September 2008 13:01 Weiter lesen →

Frühester Sterntod nachgewiesen

Illustration zeigt sterbenden Stern als gleißende Kugel, umgeben von glimmenden Materieschwaden, und zwei eng gebündelte Materiejets aussendend, vor schwarzem Hintergrund Den frühesten Tod eines massereichen Sterns haben Garchinger Forscher nachweisen können. Ihren Messungen zufolge, stammt ein kürzlich registrierter Ausbruch von Gammastrahlung aus einer Zeit, als das Universum gerade einmal 825 Millionen Jahre alt war. Zum Vergleich: Das Alter der relativ langlebigen Sonne wird auf etwa 4,6 Milliarden Jahre beziffert.

Bild: NASA E/PO, Sonoma State University, Aurore Simonnet

Der Nachweis des frühen Dramas gelang mit einem Strahlungsdetektor, den Jochen Greiner vom Max-Planck-Institut für Extraterrestrische Physik und seine Kollegen entwickelt haben. Kurz GROND genannt, erfasst das Instrument das Glimmen des Ausbruchs im sichtbaren und infraroten Bereich. Anhand der Intensitätskurve kann dann die Entfernung der Strahlungsquelle berechnet werden.

Im Falle des am 13. September registrierten Strahlungsausbruchs muss das Licht ausgesandt worden sein, als das Universum kaum ein Sechzehntel seines heutigen Alters hatte. Der hochenergetische Blitz war zunächst von dem Satelliten Swift entdeckt worden, der daraufhin eine automatische Meldung absetzte. Nur sechs Minuten später nahm das europäische Teleskop in Chile, an dem GROND installiert ist, den Ausgangspunkt der Strahlung ins Visier.

Das Licht des Ausbruchs weist demnach eine Rotverschiebung von 6,7 auf – wurde durch die Ausdehnung des Universums also auf das 7,7-Fache seiner Ausgangslänge gedehnt. Gemessen an der Geschwindigkeit, mit der der Raum expandiert, muss es rund 12,8 Milliarden Jahre unterwegs gewesen und daher etwas mehr als 0,8 Milliarden Jahre nach dem Urknall ausgesandt worden sein.

Nach seiner Entstehung enthielt das Universum vermutlich nur leichte Elemente wie Wasserstoff und Helium. Erst nach und nach wurden diese im Inneren von Sternen zu den Grundbausteinen von Mineralien und organischen Verbindungen verschmolzen und bei Supernova-Explosionen ins All ausgestreut. Umso mehr interessieren sich Astrophysiker für die ersten Sternexplosionen, da sie ihnen Rückschlüsse auf die Bedingungen im jungen Kosmos erlauben.

Forschung: Max-Planck-Institut für Extraterrestrische Physik, Garching; Thüringische Landessternwarte Tautenburg

WWW:
MPI für Extraterrestrische Physik
GROND
Gamma-ray Bursts: Introduction to a Mystery
Rotverschiebung und Expansion
Swift

Lesen Sie dazu im Scienceticker:
Blitz aus dem Nichts
Materie hart an der Lichtgeschwindigkeit


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