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Pulsierende Sterne, bewegliche Ziele

Montag, 22. September 2008, 13:14 • Rubrik Galaxien, Sterne.

Illustration zeigt Milchstraße, darin die Nachbarschaft der Sonne als Teil eines hellen Materialstrudels vor schwarzem Hintergrund, dessen Bewegung und die scheinbare einiger Cepheiden durch farbige Pfeile markiert Seit mehr als 70 Jahren rätseln Astronomen, warum eine Reihe von Milchstraßen-Sternen in Richtung Sonne zu streben scheint. Europäische und amerikanische Forscher haben nun entdeckt, dass es sich bei diesem Phänomen um eine “optische Täuschung” handelt. Verantwortlich dafür ist das regelmäßige An- und Abschwellen der alternden Sterne.

Die Nachbarschaft der Sonne scheint sich tatsächlich sehr gleichmäßig um das Milchstraßenzentrum zu bewegen. Bild: ESO

Aufgrund dieses Pulsierens empfangen Astronomen Licht aus wechselnden Bereichen der turbulenten Gashüllen der Sterne, lassen die Beobachtungen Nicolas Nardettos vom Bonner Max-Planck-Institut für Radioastronomie und seiner Kollegen vermuten. Der Effekt verfälscht Messungen der Wellenlänge des Lichts und damit Rückschlüsse über die Bewegung der Sterne.

Tatsächlich scheint sich die galaktische Nachbarschaft der Sonne derzeit sehr gleichmäßig um das Zentrum der Milchstraße zu bewegen, berichten die Forscher demnächst im Fachblatt “Astronomy & Astrophysics”. Für ihre neuen Beobachtungen hatten sie 8 Sterne aus der Klasse der Cepheiden mit einem besonders präzise arbeitenden Instrument beobachtet, das an einem europäischen Teleskop in Chile installiert ist.

Cepheiden dienen Astronomen als Vermessungsstäbe im Kosmos, da sie umso rascher pulsieren, je höher ihre Leuchtkraft ist. Nardetto und Kollegen studierten die Lichtspektren nahe gelegener Cepheiden und fanden, dass die Form der einzelnen, leicht asymmetrischen Spektrallinien im Laufe eines Pulszyklus variiert – und damit auch die Wellenlänge, die jeder Linie gerade zugeordnet wird. Nutzt man diese Werte, um die Bewegung eines Cepheiden entlang der Sichtlinie zur Erde zu bestimmen, scheint es daher, als würde er sich mit fast 2 Kilometern pro Sekunde nähern.

“Unsere Beobachtungen zeigen, dass diese scheinbare Bewegung auf uns zu mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die besonderen Eigenschaften der Cepheiden zurückgeht”, folgert Nardetto. Dank dieser Erkenntnis sei es nun erstmals möglich, gut kalibrierte Bewegungsmessungen an Cepheiden in der Milchstraße vorzunehmen und so mehr über die Rotation der Galaxis zu erfahren.

Forschung: Nicolas Nardetto, Max-Planck-Institut für Radioastronomie, Bonn; Alexander Stoekl, Centre de Recherche Astrophysique de Lyon, UMR5575, CNRS-Université de Lyon; und andere

Veröffentlichung Astronomy and Astrophysics, DOI 10.1051/0004-6361:200809587

WWW:
MPI für Radioastronomie, Bonn
Cepheiden
HARPS, ESO

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Polarstern mit neuem Schwung



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