Posted in: Raumfahrt, Sonnensystem 20. Oktober 2008 12:18 Weiter lesen →

IBEX kartiert den Rand des Sonnensystems

Schema zeigt die Sonne und die Ebene der Planeten, umgeben von einer blauen Kugelschale und zwei weiteren Schichten weiter außen, Ausschnitt zeigt den achteckigen Satelliten Den Rand des Sonnensystems soll ein Satellit erforschen, den die amerikanische Raumfahrtbehörde in der Nacht auf Montag gestartet hat. Der „Interstellar Boundary Explorer“, kurz IBEX, soll energiereiche Teilchen aus jener Region empfangen, in der Sonnenwind und interstellares Gas wie zwei Wetterfronten aufeinanderprallen.

IBEX soll die Stoßfront (Termination Shock), die annähernd kugelförmige, innere Grenze des Sonnensystems kartieren. Bild: NASA/SWRI

Bei diesem Aufeinandertreffen werden elektrisch neutrale Atome auf hohe Energien beschleunigt – unter anderem in Richtung inneres Sonnensystem. Aus der Kartierung dieses Teilchenregens erhoffen sich die Forscher um David McComas vom Southwest Research Institute im texanischen San Antonio neue Erkenntnisse über die Struktur der Stoßfront. Messungen der Pioneer- und Voyager-Raumsonden hatten bereits gezeigt, dass deren Form nicht perfekt kugelförmig ist und im Laufe der Zeit variiert.

Der Start erfolgte gegen 19:47 Uhr mitteleuropäischer Zeit vom pazifischen Kwajalein-Atoll. Nachdem die Pegasus-Trägerrakete zunächst von einem Flugzeug in große Höhe gebracht worden war, löste sie sich und trat den weiteren Weg an. In einer niedrigen Erdumlaufbahn löste sich der Satellit von der Trägerrakete und trat mit einer eigenen Antriebsstufe die abschließende Etappe seiner Reise an.

In den kommenden Wochen wird sich IBEX allmählich in eine stark elliptische Umlaufbahn bewegen. Auf dieser entfernt sich der achteckige, rund 700 Kilogramm schwere Satellit beinahe bis auf Mondentfernung von der Erde – und verlässt dabei deren magnetischen Einflussbereich, in dem es vor störenden Teilchen nur so wimmelt. Ausgelegt auf eine Dauer von zunächst 24 Monaten, soll die Mission ein umfassendes „Bild“ der Stoßfront und ihrer Veränderungen liefern.

McComas geht davon aus, dass die Daten einige Überraschungen bieten werden. „Es ist ein wenig so, als würde man die Bilder von dem ersten Wettersatelliten erhalten. Zuvor musste man das weltweite Wettergeschehen mit einer begrenzten Zahl von Wetterstationen rekonstruieren. Auf den neuen Satellitenbildern kann man dagegen sehen, wie sich Wirbelstürme bilden und wie sich Wetterfronten aufbauen und über das Land ziehen.“

Forschung: David J. McComas, Space Science and Engineering Division, Southwest Research Institute, San Antonio, Texas; Robert MacDowall, NASA Goddard Space Flight Center, Greenbelt, Maryland; und andere

WWW:
IBEX, Southwest Research Institute
Heliosphere and Heliopause

Lesen Sie dazu im Scienceticker:
Eine Delle im Sonnensystem
Voyager 1: Auf dem Sprung


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