Naher Stern mit zwei Asteroidengürteln

28. Oktober 2008 12:41 Drucken

Epsilon Eridiani Einen bemerkenswerten Vetter des Sonnensystems glauben amerikanische Astronomen entdeckt zu haben. In unmittelbarer Nachbarschaft der Sonne gelegen, besitzt der Stern Epsilon Eridiani demnach einen Asteroidengürtel vom gleichen Format wie das hiesige Pendant. Wo im heimischen System der Uranus seine Bahn zieht, besitzt der Stern allerdings einen zusätzlichen Gürtel aus Gesteinsbrocken.

Bild: NASA/JPL-Caltech

Damit nicht genug, scheint es um Epsilon Eridiani einen dritten, sehr weiten Gürtel aus eisigen Objekten zu geben – nicht unähnlich des Kuipergürtels im Sonnensystem. All diese Eigenschaften machten das gut 10,5 Lichtjahre entfernte System zu einem Spiegelbild des jungen Sonnensystems, erläutert Dana Backman vom SETI Institute im kalifornischen Mountain View. “Dieses System dürfte große Ähnlichkeit mit dem unsrigen zu jener Zeit haben, als das Leben auf der Erde Fuß fasste.”

Epsilon Eridiani ist etwas kleiner und kühler als die Sonne, zudem ist er mit geschätzten 850 Millionen Jahren deutlich jünger. Frühere Beobachtungen hatten bereits vermuten lassen, dass das junge System reichlich Staub enthält, wie er auf Kollisionen zwischen felsigen Objekten zurückgeht, zudem fanden sich Hinweise auf mindestens einen Planeten vom Schlage des Jupiter. Backman und seine Kollegen nutzten Aufnahmen des Weltraumteleskops Spitzer und des Caltech Submillimeter Observatory auf Hawaii, um über die Verhältnisse in dem System zu erfahren. Ihre Resultate stellen sie demnächst im “Astrophysical Journal” vor.

Epsilon Eridiani dürfte demnach zwei Asteroidengürtel mit Radien von 3 bzw. 20 Astronomischen Einheiten (Erdbahnradien) besitzen. Noch weiter außen, zwischen 35 und 100 Astronomischen Einheiten, erstreckt sich zudem eine Scheibe eisiger Felsbrocken, die allerdings sehr viel mehr Masse enthält als der hiesige Kuipergürtel. Durch die Schwerkraft von Planeten aufgewühlt, könnte von diesem Reservoir ein regelrechtes Bombardement ausgehen, wie es auch das junge Sonnensystem erlebt habe, glauben Backman und seine Kollegen. Tatsächlich ließen sich die beobachteten Ringe bzw. die Lücken zwischen ihnen am ehesten durch mehrere Planeten erklären, so die Forscher.

Forschung: Dana Backman, SETI Institute, Mountain View, Kalifornien; Massimo Marengo, Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics, Cambridge, Massachusetts; George H. Rieke, Steward Observatory, University of Arizona, Tucson; und andere

Zur Veröffentlichung akzeptiert von Astrophysical Journal; Preprint arXiv:0810.4564

WWW:
Dana Backman, SETI Institute
Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics
Epsilon Eridiani in der Extrasolar Planets Encyclopaedia
Das Sonnensystem

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Weniger Verkehr jenseits des Neptun


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