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Phoenix: Marslander auf Diät

Mittwoch, 29. Oktober 2008, 15:38 • Rubrik Planeten, Raumfahrt.

Marspanorama zeigt rotbräunlichen, welligen Boden mit kleineren Steinen und einen beinahe weißen Himmel Für den Marslander Phoenix wird es allmählich ernst. Indem der Sommer auf der Nordhalbkugel des roten Planeten auf sein Ende zugeht, liefern die Solarzellen der Sonde immer weniger Strom. Zum Ausgleich haben die beteiligten Ingenieure begonnen, nach und nach die Heizvorrichtungen und Bordinstrumente abzuschalten.

Eine Aufnahme vom 7. Oktober zeigt bläulichen Raureif auf dem Mars. Bild: NASA / JPL-Caltech / University of Arizona / Texas A&M University

“Wenn wir nichts unternähmen, würde die Leistung, die zum Betrieb der Sonde nötig ist, schon bald die im Laufe des Tages generierte Leistung übertreffen”, erklärt Barry Goldstein vom Jet Propulsion Laboratory im kalifornischen Pasadena. Das jetzt eingeleitete Energiesparprogramm ermögliche es jedoch, den Lander noch einige Wochen “am Leben” zu erhalten und weiterhin Messungen anzustellen.

Phoenix war Ende Mai auf dem Mars gelandet – etwas nördlich des Nordpolarkreises und kurz vor Beginn des Nordsommers. Auf eine Lebensdauer von mindestens 90 Tagen ausgelegt, hatte die Sonde Anfang September ihre erste, wenn auch sehr kurze Nacht überstanden. Seitdem sinkt die Sonne immer weiter und länger unter den Horizont, sodass die Tageshöchsttemperaturen von einst minus 25 auf derzeit minus 40 Grad Celsius gefallen sind. Die Solarzellen können daher immer weniger Strom erzeugen, während immer mehr Strom benötigt wird, um die Elektronik der Sonde auf Betriebstemperatur zu halten.

Als erste Stromsparmaßnahme hat die Bodenstation nun eine Heizvorrichtung deaktiviert, die den langen Roboterarm von Phoenix, die daran angebrachte Kamera sowie das mittlerweile ausgereizte TEGA-Instrument zur Analyse von Bodenproben wärmt. Zuvor wurde der Roboterarm so ausgerichtet, dass der gabelförmige Temperatur- und Feuchtigkeitsfühler an seiner Spitze in den Marsboden ragt und weiterhin Daten liefern kann.

Sobald nötig, werden nach und nach drei weitere Heizvorrichtungen abgeschaltet, die weitere Instrumente und auch die Hauptkamera des Landers auf Betriebstemperatur halten. Lediglich die meteorologische Station und die Batterieheizung dürften bis zum frostigen Ende aktiv bleiben, so Goldsteins Kollege Chris Lewicki. “Von da an liegt Phoenix’ Schicksal in der Hand des Mars.”

Forschung: Lunar and Planetary Laboratory, University of Arizona, Tucson; Department of Earth and Planetary Scienes, Washington University, St. Louis; Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung, Katlenburg-Lindau; Jet Propulsion Laboratory, Pasadena, Kalifornien; und andere

WWW:
Phoenix Mars Mission, University of Arizona
Martian Weather Report
Mars
Martian Seasons and Solar Longitude

Lesen Sie dazu im Scienceticker:
Schnee über dem Mars



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