Posted in: Sterne 11. Dezember 2008 15:34 Weiter lesen →

Stellare Funzeln

Grafik zeigt zwei dunkle, schwach rötlich glimmende Kugeln vor sternbesetztem Hintergrund Wenn eine Gaswolke unter ihrer eigenen Schwerkraft kollabiert, muss dabei nicht unbedingt ein strahlender Stern entstehen. Ein sogar bemerkenswert „dunkles“ Objekt haben amerikanische und australische Forscher entdeckt. Dabei handelt es sich vermutlich um ein Paar zweier Beinahe-Sterne, die jeweils nur ein Millionstel der Leuchtkraft der Sonne besitzen.

Grafik: NASA/JPL-Caltech

„Diese Braunen Zwerge sind weniger hell als alle anderen stellaren Glühbirnen am Nachthimmel, die uns bekannt sind“, erklärt Adam Burgasser vom Massachusetts Institute of Technology. Zudem sei die Strahlung in beiden Fällen auf den infraroten Bereich des Spektrums beschränkt. Der Forscher und seine Kollegen präsentieren ihre Beobachtungsresultate im Fachblatt „Astrophysical Journal Letters“.

Braune Zwerge entstehen vermutlich auf die gleiche Weise wie Sterne, indem große Gasmengen allmählich in sich zusammenfallen und dabei immer dichter und heißer werden. Mangels Masse erreichen Braune Zwerge jedoch nicht den Punkt, an dem schließlich eine stabile Kernfusion einsetzt. Anfangs glühend heiß, werden sie daher im Laufe der Zeit immer kühler und dunkler.

Burgasser und Kollegen nutzten das Weltraumteleskop Spitzer und das Anglo-Australian Telescope in New South Wales, um einen besonders dunklen Vertreter dieser Beinahe-Sterne zu studieren. Gemessen an seiner scheinbaren Bewegung im Laufe eines Erdjahres, ist das Objekt mit der Kurzbezeichnung 2M0939 etwa 17 Lichtjahre von der Erde entfernt. Die Form seines Lichtspektrums lässt zudem auf eine Temperatur von lediglich 330 Grad Celsius schließen.

Bei dieser Temperatur dürfte ein Brauner Zwerg allerdings nur halb so groß sein, wie es die berechnete Leuchtkraft vermuten lässt. Nach Ansicht der Forscher haben sie es daher mit zwei Braunen Zwergen zu tun, die jeweils das 30- bis 40-Fache der Jupitermasse besitzen und sich gegenseitig umkreisen.

Forschung: Adam J. Burgasser und Clara S. Bennett, Kavli Institute for Astrophysics and Space Research, Massachusetts Institute of Technology, Cambridge, Michael C. Cushing, Department of Astrophysics, University of New South Wales, Sydney; und andere

Veröffentlichung Astrophysical Journal Letters, Vol. 689(1), L53-L56

WWW:
Adam Burgasser, MIT
Braune Zwerge
Die Temperatur der Sterne
Wie hell sind die Stern?

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Radio-aktive Braune Zwerge


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