Posted in: Astrobiologie, Exoplaneten, Sterne 18. Februar 2009 12:49 0 Kommentare Weiter lesen →

Wasser für künftige Planeten

Grafik zeigt weiten, staubigen Wirbel, darin eingebettet bläuliche Kristalle, um einen hell strahlenden Stern Ein immenses Wasserreservoir glauben japanische Astronomen bei einem galaktischen Nachbarn der Sonne entdeckt zu haben. Ihre Beobachtungen lassen vermuten, dass die den Stern umkreisenden Staubpartikel mit Wassereis überzogen sind.

Illustration: Inoue & Honda

Wenn der Staub nach und nach zu größeren Objekten “verklumpt”, könnte dieses Wasser direkt in angehende Planeten integriert werden, glauben Mitsuhiko Honda von der Kanagawa University und seine Kollegen. Mit Kometen oder Asteroiden könnte es aber auch nachträglich auf die Planeten gelangen – auch auf solche, die in geringer Entfernung vom Mutterstern aus eisfreiem Rohstoff entstanden sind.

Honda und Kollegen nutzten das japanische Subaru-Teleskop auf Hawaii, um HD142527 im Sternbild Wolf zu beobachten. Gut 650 Lichtjahre von der Sonne entfernt, dürfte der Stern lediglich zwei Millionen Jahre alt sein. Als Zeichen seiner Jugend ist er von einer weiten Scheibe aus Staub und Gas umgeben. Den Forschern gelang es, das von dieser Scheibe gen Erde gestreute Licht zu analysieren, indem sie den Stern selbst mit einer kleinen Maske ausblendeten. Dabei stießen sie auf den infraroten Fingerabdruck von Wassereis.

Das Eis verrät sich durch die Form, die es dem Infrarotspektrum des Streulichts aufprägt. Wassereis absorbiert Strahlung mit einer Wellenlänge von 3,1 Mikrometern sehr gut, nicht jedoch solche mit beispielsweise 2 oder 3,8 Mikrometern Wellenlänge. Und tatsächlich ist die Intensität des Streulichts bei 3,1 Mikrometern deutlich geringer als bei den übrigen betrachteten Wellenlängen, fanden die Forscher.

Offenbar trage also ein Teil der Staubpartikel in der Scheibe einen Mantel aus Wassereis, folgern Honda und Kollegen. Derzeit könne man zwar noch nicht sagen, in welchem Abstand vom Zentralgestirn die “Schneegrenze” liege, die Grenze zwischen eisfreien und vereisten Partikeln. In jedem Fall gebe es bei HD142527 jedoch reichlich Wasser, das per “Expresslieferung” auch auf eventuelle innere Planeten gelangen könne.

Forschung: Mitsuhiko Honda, Department of Information Science, Kanagawa University, Yokohama; Akio K. Inoue, College of Genereal Education, Osaka Sangyo University, Daito; Motohide Tamura, National Optical Astronomical Observatory of Japan, Tokyo; und andere

Veröffentlichung Astrophysical Journal Letters, Vol. 690(2), L110-L113, DOI 10.1088/0004-637X/690/2/L110

WWW:
Subaru Telescope/National Astronomical Observatory of Japan
Coronagraph
Water Absorption Spectrum
Evolution of Our Solar System

Lesen Sie dazu im Scienceticker:
Sterne werden schnell erwachsen
Der Stoff, aus dem Planeten sind


Möchten Sie den Beitrag bewerten?
SchlechtLangweiligGut zu wissenInteressantSpannend! (1 Bewertungen, im Schnitt 5,00 von 5)
Loading...Loading...

Drucken Drucken


Möchten Sie kommentieren?