Posted in: Planeten 27. Februar 2009 13:51 Weiter lesen →

Dünen künden von Titanwinden

Karte der Titanoberfläche, darüber weiße Pfeile, die überwiegend von links nach rechts zeigenDie großen Dünenfelder auf dem Saturnmond Titan verraten einiges über das dortige Wetter. Entsprechende Resultate präsentieren zwei amerikanische Forscher im Fachblatt „Geophysical Research Letters“. Anhand der Ausrichtung der Dünen konnten sie auf die vorherrschenden Winde auf der exotischen Welt schließen.

Die Dünenfelder des Titan sind noch nicht vollständig kartiert. Grafik: NASA/JPL

„Man kann sich diese Dünen wie eine Wetterfahne vorstellen, die uns zeigt, in welche Richtung die Winde wehen“, erklärt Ralph Lorenz von der Johns Hopkins University. Wolken, an denen man die momentane Windrichtung ablesen könne, seien in der Atmosphäre des Titan eher selten.

Lorenz und seine Kollegin Jani Radebaugh werteten Radardaten aus, die die Saturnsonde Cassini über einen Zeitraum von vier Jahren gesammelt hatte. Ihre Karte beruht auf der Orientierung von gut 16.000 Dünensegmenten und zeigt, dass der Wind in einem 60 Grad weiten Band am Äquator vornehmlich aus Westen weht, örtlich jedoch um bis zu 40 Grad von dieser Richtung abweicht. Damit bestätigt sie Analysen, die insbesondere auf Daten des Landegeräts Huygens beruhten. Erste Modellrechnungen hatten dagegen östliche Winde vorhergesagt.

Schwarzweißbild zeigt Dünenfelder als Zebrastreifen, die unregelmäßig geformte Flecken umfließen Die Kartierung der Dünen erlaubt Rückschlüsse auf die Geländeform. Bild: NASA/JPL/Space Science Institute

Die Dünen des Titan bestehen wahrscheinlich aus Körnchen gefrorener Kohlenwasserstoffe. Die Kartierung der Dünenfelder liefere nicht nur Informationen über den Wind, ergänzt Radebaugh. „Die Dünen auf dem Titan sind ein junges, dynamisches Merkmal und interagieren mit topographischen Hindernissen.“ Aus der Art und Weise, wie sie Berge regelrecht umflössen, könne man auf die Gestalt und Höhe der Hindernisse schließen. Und die Tatsache, dass sie sich am Äquator des Titan besonders hoch auftürmten, liege vielleicht in einem spärlichen Vorkommen flüssiger Kohlenwasserstoffe in dieser Region begründet.

Forschung: Ralph D. Lorenz, Space Department, Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory, Laurel, Maryland, und Jani Radebaugh, Department of Geological Sciences, Brigham Young University, Provo, Utah

Veröffentlichung Geophysical Research Letters, Vol. 36, L03202, DOI 10.1029/2008GL036850

WWW:
John Hopkins University Applied Physics Laboratory
Geological Sciences, Brigham Young University
Dünen – Die Gesetze des Sandes
Titan
Cassini-Huygens, NASA

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