Posted in: Galaxien, Kosmos 13. März 2009 01:00 Weiter lesen →

Dunkle Materie festigt Zwerggalaxien

Aufnahme zeigt eine der Zwerggalaxien als kreisrunden, glatten Lichtfleck vor schwarzem Hintergrund Europäische Astronomen haben neue Belege für die Annahme gefunden, dass leuchtende Galaxien auf einem Fundament aus Dunkler Materie entstehen. Inmitten eines großen Galaxienhaufens beobachteten die Forscher eine Reihe von Zwerggalaxien, denen die Turbulenzen in ihrer Umgebung nichts auszumachen scheinen.

Die Zwerggalaxie J031910.4+4129 hatten Conselice und Kollegen bereits im Jahr 2003 beobachtet. Bild: NASA, ESA, and C. Conselice (University of Nottingham)

„Diese Zwerge sind sehr alte Galaxien und schon sehr lange in dem Haufen“, erklärt Christopher Conselice von der University of Nottingham. „Wenn sie also durch irgendetwas in Aufruhr versetzt werden können, hätte das bereits geschehen sollen. Sie müssen wirklich sehr viel Dunkle Materie enthalten.“ Andere Galaxien in dem Haufen wiesen dagegen deutliche Spuren von Gezeitenkräften auf. Offenbar seien sie weniger stabil gebaut.

Conselice und Kollegen nutzten das Weltraumteleskop Hubble, um in den Perseus-Galaxienhaufen (Abell 426) zu spähen. Gut 250 Millionen Lichtjahre von der Milchstraße entfernt, handelt es sich um einen der nächstgelegenen Galaxienhaufen. Die Aufnahmen zeigten 29 Zwerggalaxien, von denen 17 bislang unbekannt waren. Zur Verblüffung der Forscher waren keine deutlich asymmetrischen Formen und auch keine ausgeprägten Dichteschwankungen zu erkennen, wie sie der Schwerkraftzug der übrigen Haufengalaxien verursachen könnte.

Astronomen gehen davon aus, dass Dunkle Materie mehr als 80 Prozent der Materie im Kosmos ausmacht. Diese rätselhafte Materie sendet keine Strahlung aus und macht sich lediglich durch ihre Schwerkraft bemerkbar. Für ihre Existenz spricht beispielsweise die Beobachtung, dass Sterne in den Außenbezirken mehrerer Galaxien schneller um deren Zentren kreisen, als es aufgrund der Schwerkraft der sichtbaren Materie nötig sein sollte.

Forschung: Samantha J. Penny und Christopher J. Conselice, School of Physics & Astronomy, University of Nottingham; Sven De Rijcke, Sterrenkundig Observatorium, Universiteit Gent; Enrico V. Held, Osservatorio Astronomico di Padova, INAF, Padova

Veröffentlichung Monthly Notices of the Royal Astronomical Society, Vol. 393, pp 1054-62, DOI doi:10.1111/j.1365-2966.2008.14269.x

WWW:
Astronomy Group, University of Nottingham
Zwerggalaxien
What is the Universe Made Off?
The Universe Within 1 Billion Light-years – The Neighbouring Clusters

Lesen Sie dazu im Scienceticker:
Zwerggalaxien mit dunklem „Speck“
Astronomen: Erster Beleg für Dunkle Materie

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2 Kommentare zu "Dunkle Materie festigt Zwerggalaxien"

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  1. Pfohl, Walter sagt:

    Der Schlampigkeitsfehler, wonach die Sterne „langsamer“ um die Zentren kreisen, war ja wohl wirklich überflüssig.

  2. Die Problematik der Rotationskurven der Galaxien ist allgemein bekannt.
    Die Einführung von Dunkle Materie soll den Standartmodell der Kosmologie retten. Dummerweise lässt sich die Dunkle Materie nicht nachweisen. Noch schlimmer, die neuesten Untersuchungen haben die Zweifel an ihr noch verstärkt. Ich habe aber schon vor Jahren postuliert dass der Gravitative Hintergrund für die Zusätzliche Beschleunigung der Sterne verantwortlich ist. Dazu braucht man nur eine Einfache Rechnung zu machen über die Rotationsgeschwindigkeiten der Milchstraße.

    1,2344E+19 98 98 7,7803E-10 7,7803E-10 0
    1,8516E+19 147 147 1,1670E-09 1,1670E-09 0
    2,4688E+19 196 196 1,5561E-09 1,5561E-09 0
    3,0860E+19 245 238 1,9451E-09 1,8355E-09 -1,0956E-10
    9,2580E+19 205 216 4,5393E-10 5,0395E-10 5,0022E-11
    1,8516E+20 180 224 1,7498E-10 2,7099E-10 9,6003E-11
    3,0860E+20 155 226 7,7852E-11 1,6551E-10 8,7657E-11
    4,6290E+20 138 223 4,1141E-11 1,0743E-10 6,6289E-11
    6,1720E+20 122 219 2,4115E-11 7,7707E-11 5,3592E-11
    9,2580E+20 100 211 1,0801E-11 4,8089E-11 3,7288E-11

    Mitellwert 6,5142E-11

    Die Erste Spalte beinhaltet ein Radius der Milchstraße (in Meter) für den eine Masse ermittelt wurde
    Die zweite zeigt die errechnete Radialgeschwindigkeit der Milchstraße km/s
    Die dritte zeigt die tatsächlich beobachtete Radialgeschwindigkeit der Milchstraße
    In der vierten Spalte sind die errechneten Kreisbeschleunigungswerte in der entsprechenden Entfernung zu Galaxiezentrum dargestellt
    In der fünften die tatsächlich beobachtete.
    In den sechsten wurde ein Unterschied zwischen dem beobachteten Wert und dem errechneten Wert der Kreisbeschleunigung errechnet.

    Wie man sieht sind die Werte der Kreisbeschleunigung bis zu einem Radius von 3000 Parsek größer als der Wert der Beschleunigung von dem postulierten Gravitativen Hintergrund. Erst ab 3000 Parsek wird der Einfluss der GH auf die Bewegung der Sterne eindeutig und somit für unsere Analyse brauchbar. Wenn Sie dann einen Mittelwert aus den Werten der Spalte 6 von 5,0022E-11 bis 3,7288E-11 bilden, bekommen Sie ein Wert von 6,5142E-11. Das ist fast genau der Wert der Gravitationskonstante der sich nur durch Einheiten unterscheidet. Das liegt aber daran, dass die newtonsche Annahme der Gravitationskraft falsch ist und daran das die so genannte Gravitationskonstante keine Konstante ist.