Posted in: Astrobiologie, Exoplaneten, Mond 7. April 2009 15:03 Weiter lesen →

Erdschein verrät Meere und Kontinente

Blick auf die Nordpolregion des Mondes mit Tag-Nacht-GrenzeAußerirdische Astronomen können sich ein recht gutes Bild von der Erde machen, indem sie deren Helligkeitsschwankungen verfolgen. Das belegen Beobachtungen einer australischen Forscherin. Indem die Sonne mal vom Meer und mal vom Land reflektiert wird, ist der „Erdschein“ auf der dunklen Seite des Mondes unterschiedlich hell.

Dieser Blick auf den Nordpol des Mondes wurde aus Aufnahmen der Jupitersonde Galileo zusammengefügt. Bild: NASA/JPL/USGS

Diesen Effekt könnten umgekehrt irdische Astronomen nutzen, um Planeten bei anderen Sternen in groben Zügen zu kartieren, erläutert Sally Langford von der Universität Melbourne. „Wenn wir Planeten von der Größe der Erde finden und ihre Helligkeit im Laufe ihrer Rotation beobachten, können wir Eigenschaften wie beispielsweise das Vorhandensein von Land und Ozeanen bestimmen.“

Langford führte ihre Beobachtungen mit einem 8-Zoll-Spiegelteleskop durch, das sie auf einem Berg weitab der Großstadt Melbourne aufbaute. Die Beobachtungstage waren so gewählt, dass der Mond als schmale Sichel am Himmel stand. Die Astronomin registrierte über Stunden die Helligkeit einzelner dunkler Mondregionen und stellte Schwankungen um bis zu 23 Prozent fest.

Bei zunehmendem Mond wurde der Erdschein am späten Abend dunkler und zugleich rötlicher. In diesem Fall wurde das Sonnenlicht erst an der Oberfläche des Indischen Ozeans gespiegelt, dann jedoch – indem sich die Erde ostwärts drehte – vom afrikanischen Festland reflektiert. Bei abnehmendem Mond blieb die Helligkeit dagegen nahezu konstant, da das Sonnenlicht durchgängig an der Oberfläche des Pazifiks gespiegelt wurde.

„Astronomen hoffen, erdähnliche Planeten bei anderen Sternen zu finden“, so Langford weiter. „Diese Planeten sind jedoch zu klein, als dass man ein Bild ihrer Oberfläche aufnehmen könnte.“ Die neuen Resultate belegten allerdings, dass man auch aus den Helligkeitsschwankungen eines fernen Lichtpunkts eine Menge lernen könne.

Forschung: Sally V. Langford, J. Stuart B. Wyithe und Edwin L. Turner, School of Physics, University of Melbourne, und Princeton University Observatory, Princeton, New Jersey

Veröffentlichung Astrobiology, DOI 10.1089/ast.2008.0267

WWW:
Astrophysics Group, University of Melbourne
Earth and Moon Viewer
Planetshine

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