Posted in: Planeten 5. Juni 2009 15:25 0 Kommentare Weiter lesen →

Einschlag ins Wasser

3D-Ansicht des Kraters mit lappigem 'Kranz', einigen Kanälen und kleineren, glatten Kratern Meteoriteneinschläge auf dem Mars müssen keine staubtrockene Angelegenheit sein. Das belegt eine Aufnahme der europäischen Sonde Mars Express. Darauf zu sehen ist ein gut 20 Kilometer weiter Krater, bei dessen jäher Entstehung weicher, verflüssigter Untergrund regelrecht in die Umgebung schwappte.

Rampart-Krater sind von lappenförmigen Auswurfdecken umgeben. Bild: ESA/DLR/FU Berlin (G. Neukum)

Das Material bildete regelrechte Lappen, die um den Krater herum angeordnet sind und sich teils überschneiden. Diese Auswurfdecken sowie ausgedehnte Kanalsysteme in der Region sprächen für das Vorhandensein gefrorenen Wassers im Untergrund, so das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt in einer Mitteilung.

Der Krater liegt in der weiten Tiefebene Utopia Planitia und dort in der von kanalartigen Vertiefungen durchzogenen Region Hephaestus Fossae. Die hochauflösende Stereokamera (HRSC) an Bord von Mars Express hatte diese Region mit einer Auflösung von rund 16 Metern pro Bildpunkt abgelichtet. Da die Kamera gleichzeitig unter verschiedenen Winkeln auf den Mars blickt, können aus ihren Daten dreidimensionale Geländemodelle berechnet werden.

Zahlreiche kleinere, bis zu 2,8 Kilometer weite Krater in Hephaestus Fossae weisen keine vergleichbaren Auswurfdecken auf. Möglicherweise gingen die zugehörigen Einschläge nicht tief genug, um das Eis im Untergrund zu erreichen. Sollte diese Vermutung zutreffen, könnte anhand der Kratergrößen wiederum auf die Tiefe geschlossen werden, in der die Eisreservoirs lagen – und vielleicht auch heute noch liegen.

Forschung: Ralf Jaumann und Gerhard Neukum, Institut für Geologische Wissenschaften, Freie Universität Berlin, und Institut für Planetenforschung, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Berlin; und andere

WWW:
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt
HRSC on Mars Express
Mars
Rampart Crater

Lesen Sie dazu im Scienceticker:
Reines Mars-Eis
Marskrater stand zwei Mal unter Wasser
Ein zugefrorener See auf dem Mars

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