Posted in: Planeten 18. Juni 2009 14:56 Weiter lesen →

Staubiges Gewitter auf dem Mars

Grafik zeigt dunklen Staubteufel mit einem hellen Glimmen nahe der rötlichen, felsigen Bodenoberfläche Den ersten direkten Nachweis von Blitzen auf dem Mars vermelden amerikanische Physiker. Mit Hilfe eines Radioteleskops fingen sie Ausbrüche von Mikrowellen aus einer Region des Roten Planeten auf, die gerade von einem großen Staubsturm heimgesucht wurde. Dem Spektrum der Strahlung nach zu urteilen, wurde sie bei elektrischen Entladungen ausgesandt.

Grafik: Brian Grimm and Nilton Renno

Christopher Ruf von der University of Michigan vergleicht das Ereignis mit einem trockenen Gewitter. „Natürlich gingen diese elektrischen Entladungen auf dem Mars nicht mit Regen einher“, so der Forscher. Da Staubstürme auf dem Mars keine Seltenheit seien, könnten die darin auftretenden Blitze seiner Ansicht nach beträchtlichen Einfluss auf die Atmosphärenchemie und damit auch auf die Bewohnbarkeit des Planeten haben.

Eine Reihe von Beobachtungen und theoretischen Betrachtungen deutet darauf hin, dass Elektrizität auf dem Mars eine Rolle spielt. Ihren Ursprung könnte sie in Staubkörnern haben, die sich – vom Wind getrieben – aneinander und am Boden reiben und dabei elektrische Ladung austauschen. Die Beobachtungen Rufs und seiner Kollegen bekräftigen diese Ansicht.

Die Forscher nutzten für ihre Arbeit eine 34 Meter große Radioantenne der NASA, die unter anderem für den Funkverkehr mit Raumsonden genutzt wird. Mit einem eigens installierten Sensor lauschten sie im Sommer 2006 zwölf Tage lang auf das Rauschen und Knistern des Mars im Mikrowellenbereich bei Frequenzen um 8.480 Megahertz.

Am 8. Juni fing die Antenne eine Reihe von Strahlungsausbrüchen auf, die sich über einen Zeitraum von fünf Stunden ereigneten und aus einem Gebiet nordwestlich des Vulkans Elysium Mons kamen. Bilder der Sonde Mars Global Surveyor zeigten, dass dort gerade ein Sturm mit bis zu 35 Kilometer hohen Staubwolken tobte. Aus Form und Spektrum der „verrauschten“ Pulse schließen Ruf und Kollegen, dass in der Wolke immer wieder Blitze über Entfernungen von einigen Kilometern zuckten. Möglicherweise löste ein Blitz den nächsten aus, sodass die elektrische Aufladung des Staubs nach und nach abgebaut wurde.

Forschung: Christopher Ruf, Nilton O. Renno und Jasper F. Kok, Department of Atmospheric, Oceanic and Space Sciences, University of Michigan, Ann Arbor; und andere

Veröffentlichung Geophysical Research Letters (im Erscheinen), DOI 10.1029/2009GL038715

WWW:
Planetary Environment Research Laboratory, University of Michigan
Mars
NASA Deep Space Network

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