Posted in: Exoplaneten 2. Juli 2009 13:13 Weiter lesen →

Angehende Sonnensysteme im Doppelpack

Grafik zeigt die Konturen einer großen und einer kleineren Scheibe, ein Einschub zeigt zwei helle Flecken, der eine von einem dunklen Hof umgeben Sterne mit Planeten sind keine Ausnahmeerscheinung im All, bestätigen Beobachtungen amerikanischer Astronomen. Im Orionnebel, einer immensen Gaswolke in der galaktischen Nachbarschaft der Sonne, konnten sie ein Doppelsternsystem nachweisen, in dem beide Sterne den Stoff für künftige Planeten haben.

Aufnahmen des Weltraumteleskops Hubble (Einschub) hatten bereits den Schatten der größeren Scheibe erahnen lassen, die kleinere Scheibe war darauf jedoch von ihrem Stern überstrahlt worden. Bilder: University of Hawaii und Nathan Smith, University of California at Berkeley (Einschub)

Sterne entständen in der Regel nicht allein, sondern in Paaren, erläutern Rita Mann und ihr Doktorvater Jonathan Williams von der University of Hawaii. Die neuen Beobachtungen zeigten, dass Strahlung und Schwerkraft der beiden Partner kein Hindernis für die Bildung von Planetensystemen darstellen müssten.

Bereits früher waren im Orionnebel Hunderte junger Sterne entdeckt worden, die von Scheiben aus Gas und Staub umgeben sind. Ob das Material in solchen protoplanetaren Scheiben letztlich auch zu planetengroßen Objekten verklumpen kann, hängt unter anderem davon ab, in welchem Maße es durch die Strahlung benachbarter Sterne regelrecht verdampft wird. Mann und Williams führten ihre Beobachtungen durch, um mehr über diesen Schwundprozess zu erfahren.

Das Forscherduo nutzte das Submillimeter Array auf dem Vulkan Mauna Kea, um bekannte protoplanetarische Scheiben im Orionnebel eingehend zu studieren. Die hochauflösenden Aufnahmen bei einer Wellenlänge von 0,88 Millimetern zeigten, dass es sich in einem Fall tatsächlich um ein Binärsystem mit zwei Scheiben handelt.

Die beiden Schwesterscheiben dürften gut 70 bzw. 20 Jupitermassen an Gas und Staub enthalten, schreiben Mann und Williams im Fachblatt „Astrophysical Journal Letters“. In beiden Scheiben gebe es also genügend Material für die Bildung eines Sonnensystems. Und da die beiden Sterne mindestens 440 Mal so weit voneinander entfernt seien wie die Erde von der Sonne, könne man von einer unabhängigen Entwicklung ihrer Planetenwiegen ausgehen.

Forschung: Rita K. Mann und Jonathan P. Williams, Institute for Astronomy, University of Hawaii, Honolulu

Veröffentlichung Astrophysical Journal Letters, Vol. 699, L55-L58, DOI 10.1088/0004-637X/699/1/L55; Preprint arXiv:0906.1400

WWW:
Center for Star & Planet Formation, University of Hawaii
Tour durch den Orionnebel
Protoplanetary Survivors in Orion

Lesen Sie dazu im Scienceticker:
Eine Wiege für Planeten
Forscher finden „Kometen-Sterne“


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1 Kommentar zu "Angehende Sonnensysteme im Doppelpack"

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  1. TP sagt:

    Jetzt ist der Beitrag verlängert und passt damit besser zu der „Bedeutung“. 🙂

    TP

    [Anmerkung der Redaktion: Der Artikel war anfangs von der Scienceticker-Startseite aus nicht verlinkt. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.]