Posted in: Galaxien 28. Juli 2009 12:13 Weiter lesen →

Amateurastronomen finden Erbsen-Galaxien

Grünlicher, grobpixeliger Lichtfleck vor schwarzem Hintergrund Ungeachtet immer größerer Teleskope kommt die Astronomie nicht ohne gute Beobachter aus. Das belegt die Entdeckung eines neuen Galaxientyps im Rahmen eines großangelegten Amateurprojekts. Von den Teilnehmern mit dem Spitznamen „Grüne Erbsen“ belegt, handelt es sich um kompakte Galaxien mit erstaunlichen Eigenschaften. Unter anderem bilden sie in extrem rascher Folge neue Sterne.

Bild: Carolin Cardamone and Sloan Digital Sky Survey

Typischerweise sind die grünlich erscheinenden Neulinge nur etwa ein Zehntel so groß und nur ein Hundertstel so massereich wie die Milchstraße, ergab die eingehende Untersuchung durch Carolin Cardamone und Kevin Schawinski von der Yale University und ihre Kollegen. Des ungeachtet weisen einige eine zehn Mal höhere Rate der Sternentstehung auf. „Sie wachsen in unglaublichem Tempo“, so Schawinski.

Entdeckt wurde der neue Galaxientyp im Rahmen des Galaxy Zoo, einem Internetprojekt mit mehr als 200.000 Teilnehmern aus aller Welt. Diese klassifizieren über eine Million Objekte, die bei einer umfassenden Himmelsdurchmusterung fotografiert worden waren. In den zugehörigen Foren können neben- und hauptberufliche Forscher ungewöhnliche Objekte diskutieren. Dazu zählten auch insgesamt 250 kleine, grünliche Lichtflecken, die ein automatisches Klassifikationssystem überwiegend als Sterne eingestuft hatte.

Tatsächlich handelt es sich um Galaxien, die zwischen 1,5 und 5 Milliarden Lichtjahre von der Milchstraße entfernt sind, berichten die Forscher demnächst in den „Monthly Notices of the Royal Astronomical Society“. Der Grünstich rührt vom Glimmen energetisch angeregter Sauerstoffatome her. „Im frühen Universum waren diese Galaxien wohl nichts Ungewöhnliches, heute gibt es jedoch keine derart aktiven Galaxien mehr“, so Schawinski weiter.

„Kein Mensch hätte diese Entdeckung allein machen können“, betont Cardamone die Vorzüge der Zusammenarbeit von Abertausenden Freiwilligen. „Selbst wenn wir es irgendwie geschafft hätten, 10.000 Bilder durchzuschauen, hätten wir nur einige wenige der Grünen Erbsen gesehen und diese nicht als eigenständige Klasse von Galaxien erkannt.“

Forschung: Caroline Cardamone und Kevin Schawinski, Astronomy Department und Yale Center for Astronomy and Astrophysics, Yale University, New Haven, Connecticut; Marc Sarzi, Centre for Astrophysics Research, University of Hertfordshire, Hatfield; und andere

Veröffentlichung Monthly Notices of the Royal Astronomical Society; Preprint arXiv:0907.4155

WWW:
Department of Astronomy, Yale University
Galaxy Zoo
Galaxien
Sloan Digital Sky Survey

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