Posted in: Sterne 14. August 2009 15:13 Weiter lesen →

Astronomen finden „Supernebel“

Bild zeigt Ausschnitt der Kleinen Magellanschen Wolke, Wolkenstrudel, hell glimmende Punkte, Einschub mit Radiokarte Kleine Sterne erzeugen am Ende ihres Lebens häufig eine prächtige Gasblase, während große Exemplare noch einmal als Supernova erstrahlen. Und auch mittelschwere Sterne vergehen nicht sang- und klanglos, vermuten australische und amerikanische Astronomen. In Nachbargalaxien der Milchstraße fanden sie gleich fünfzehn, ungewöhnlich intensiv strahlende Planetarische Nebel.

Eine der besonders starken Radioquellen (Einschub) in der Kleinen Magellanschen Wolke ist mit einem bekannten Planetarischen Nebel identisch. Bild: E. Crawford & S. Griffith/Optical image courtesy of the Magellanic Cloud Emission Line Survey

Diese Sphären aus leuchtendem Gas könnten von alternden Sternen mit bis zu acht Sonnenmassen ausgestoßen worden sein, vermuten Miroslav Filipović von der University of Western Sydney und seine Kollegen. Um die besonderen Eigenschaften der Objekte hervorzuheben, bezeichnen die Forscher sie als „Planetarische Supernebel“.

Einst für Planeten gehalten, handelt es sich bei Planetarischen Nebeln um Kugelschalen aus Gas, die sich um sterbende Sterne herum ausdehnen und von diesen zum Glimmen angeregt werden. Die bislang eingehender studierten Exemplare stammen von Sternen, die ursprünglich etwas weniger als die Sonnenmasse besaßen.

Filipović und Kollegen machten ihre Entdeckung, als sie Daten aus aufwändigen Radiobeobachtungen der Magellanschen Wolken mit Katalogen bekannter Planetarischer Nebel abglichen. Für vier Radioquellen in der Kleinen Magellanschen Wolke und für elf Quellen in der Großen Magellanschen Wolke ergab sich eine klare Übereinstimmung. Beobachtungen mit optischen Teleskopen halfen, beispielsweise dichte Wasserstoffklumpen als Strahlungsquellen auszuschließen, und die Identifizierung zu bestätigen.

„Für uns war das ein regelrechter Schock“, betont Filipović. Niemand habe erwartet, mit heutigen Radioteleskopen Planetarische Nebel in einer anderen Galaxie nachweisen zu können. Die Strahlung von einigen „Supernebeln“ in der Kleinen Magellanschen Wolke ist sogar intensiver als die von Pendants in der etwas näher gelegenen, größeren Schwestergalaxie oder in der Milchstraße selbst. Filipović und seine Kollegen schätzen, dass in solchen Fällen allein die Gashülle ein Mehrfaches der Sonnenmasse aufweist.

Forschung: Miroslav D. Filipović, School of Computing and Mathematics, University of Western Sydney; Martin Cohen, Radio Astronomy Laboratory, University of Cailfornia, Berkeley; und andere

Veröffentlichung Monthly Notices of the Royal Astronomical Society, DOI 10.1111/j.1365-2966.2009.15307.x; Preprint arxiv:0906.4588

WWW:
Computing and Mathematics, University of Western Sydney
Radio Astronomy Laboratory, UC Berkeley
Die Magellanschen Wolken
The Satellite Galaxies
Australia Telescope Compact Array

Lesen Sie dazu im Scienceticker:
Galaktische Kontaktaufnahme
Hunderte Planetarischer Nebel entdeckt


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