Posted in: Mond 14. September 2009 13:18 Weiter lesen →

Mondkrater für Einschlag ausgewählt

Panoramafoto des Mondsüdpols, zahlreiche Krater, schräg beleuchtet, tiefe Schatten, einige Krater mit gelber Markierung und Namen Die amerikanische Weltraumbehörde NASA hat einen kleinen Mondkrater als Schauplatz eines „einschlägigen“ Experiments ausgewählt. Wenn am Abend des 9. Oktober eine ausgediente Raketenstufe in dem Krater einschlägt, soll die Wolke emporgeschleuderten Materials verraten, ob es dort Wasser gibt oder nicht.

Bild: NMSU/MSFC Tortugas Observatory

Der kaum 20 Kilometer weite Krater mit der Bezeichnung Cabeus A liegt in der Nähe des Südpols des Mondes. Seit langem wird vermutet, dass es dort, in tiefen Kratern permanent im Schatten liegend, Vorkommen von Wassereis geben könnte. Bisherige Beobachtungen hatten allerdings keine entsprechenden Resultate geliefert.

Für Gewissheit sorgen könnte der amerikanische Lunar Crater Observation and Sensing Satellite, kurz LCROSS. Im Juni gestartet, ist die Sonde noch immer mit der obersten Stufe der Trägerrakete verbunden, die sie auf den Weg zum Mond gebracht hat. Wenn nach der Trennung der beiden die Raketenstufe in Cabeus A eingeschlagen ist, soll die Sonde durch die kilometerhohe Trümmerwolke fliegen und ihre Messdaten zur Erde funken. Dazu bleibt ihr nicht viel Zeit, denn vier Minuten später wird sie das gleiche, jähe Ende nehmen.

„Die Entscheidung für Cabeus A fiel nach einer intensiven Diskussion unter Mondforschern“, erklärt Anthony Colaprete vom Ames Research Center der NASA, der leitende Projektwissenschaftler. Für den Krater bei etwa 82 Grad südlicher Breite spreche unter anderem, dass sein Boden eben sei und eine hohe Konzentration von Wasserstoff aufweise. Zudem biete er gute Beobachtungsbedingungen zum Zeitpunkt der beiden Einschläge, sodass diese mit einer Reihe von Teleskopen am Erdboden und im Weltraum verfolgt werden können.

LCROSS ist nicht der erste Versuch, durch einen gezielten Einschlag Wasser auf dem Mond nachzuweisen. Dem gleichen Zweck diente im Jahr 1999 der Aufprall der Sonde Lunar Prospector, ebenfalls nahe des Mond-Südpols. Das Experiment lieferte jedoch keine Hinweise auf Wassereis – ebenso wie eine Reihe von Radarabtastungen und 3D-Aufnahmen in den Folgejahren.

Forschung: Anthony Colaprete und Jennifer Heldmann, NASA Ames Research Center, Moffett Field, Kalifornien; und andere

WWW:
LCROSS
Blick auf Cabeus
Ice on the Moon

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