Posted in: Sonnensystem 8. Oktober 2009 16:07 Weiter lesen →

Wie Apophis um die Erde tänzelt

SW-Bild zeigt schwachen Lichtpunkt, eingekreist, inmitten heller Striemen auf schwarzem Hintergrund Voraussagen über Einschläge auf der Erde können nicht besser sein als die Beobachtungsdaten, auf denen sie beruhen. Das demonstrieren neue Berechnungen amerikanischer und italienischer Forscher zur Bahn des Asteroiden Apophis. Nachdem ein Einschlag im Jahr 2029 bereits ausgeschlossen werden konnte, wird nun auch eine Kollision im Jahr 2036 immer unwahrscheinlicher.

Bild: Institute for Astronomy/University of Hawaii

„Seit seiner Entdeckung im Jahr 2004 ist Apophis einer dieser Himmelskörper, die eine große Faszination auf die Öffentlichkeit ausüben“, erklärt Stephen Chesley vom Jet Propulsion Laboratory der NASA im kalifornischen Pasadena. Ein Einschlag des knapp 300 Meter großen Asteroiden oder seiner Bruchstücke könnte regional verheerende Folgen haben.

Kurz nach der Entdeckung von Apophis (2004 MN4) hatten erste Kalkulationen eine Wahrscheinlichkeit von 1 zu 37 für einen Einschlag im Jahr 2029 ergeben. Inzwischen gilt es als sicher, dass der Asteroid am 13. April 2029 in einer Höhe von lediglich 30.000 Kilometern, entsprechend der Umlaufbahn typischer Fernmeldesatelliten, an der Erde vorbeifliegen wird.

Chesley und seine Kollegen nutzten neue Aufnahmen von zahlreichen Observatorien, um den künftigen Weg von Apophis genauer als bisher zu berechnen. Demnach wird die enge Begegnung im Jahr 2029 die Bahn des Asteroiden leicht verändern, sodass er der Erde im Jahr 2036 erneut nahe kommen wird. Auch diese zweite Annäherung dürfte allerdings folgenlos bleiben – die Forscher schätzen die Wahrscheinlichkeit für einen Einschlag auf 1 zu 250.000.

Eine weitere Annäherung wird es im Jahr 2068 geben, fanden Chesley und Kollegen. Voraussagen auf dieser Zeitskala erfordern jedoch feinere Methoden, berichten die Astronomen und Mathematiker auf einer Fachtagung in Puerto Rico. Das derzeit benutzte Modell umfasst die Schwerkraft der Sonne und ihrer Planeten, des Erdmondes sowie der drei größten Objekte im Asteroidengürtel. Den neuen Berechnungen zufolge, muss künftig auch der Einfluss der Sonnenstrahlung auf die Bewegung des Asteroiden berücksichtigt werden.

Forschung: Stephen R. Chesley und Paul Chodas, NASA Jet Propulsion Laboratory, Pasadena, Kalifornien; Andrea Milani, Dipartimento di Matematica, Università di Pisa; David Tholen, Institute for Astronomy, University of Hawaii, Honolulu; und andere

Präsentation auf dem 41st Meeting of the AAS Division of Planetary Sciences, Fajardo, Puerto Rico, #43.06

WWW:
NASA Near Earth Object Program
Bahndiagramm Apophis
Celestial Mechanics Group, Università di Pisa
Earth Impact Effect Calculator

Lesen Sie dazu im Scienceticker:
Sonne lässt Asteroiden aufdrehen
Asteroid 2004 MN4: Einschlag ausgeschlossen


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