Posted in: Astrobiologie, Exoplaneten 21. Oktober 2009 16:41 Weiter lesen →

Methan bei zweitem Exoplaneten entdeckt

Illustration zeigt Gasriesen mit rot-braunen Wolkenbändern, dichter Atmosphäre, im Hintergrund einen gleißend hellen Stern Auch die Planeten anderer Sterne haben grundsätzlich das Zeug für die Entwicklung von Leben. Diese Ansicht bekräftigt der Fund von drei einfachen Molekülen auf einem Exoplaneten in der galaktischen Nachbarschaft der Sonne. Einem internationalen Forscherteam ist es gelungen, in der Gashülle der heißen Welt Wasser, Kohlendioxid und Methan nachzuweisen.

Grafik: NASA/JPL-Caltech

Mark Swain vom Jet Propulsion Laboratory der NASA und seinen Kollegen war der gleiche Kniff erst kürzlich im Falle eines anderen Exoplaneten gelungen. Angesichts der neuerlichen Entdeckung sei es vorstellbar, dass Planeten mit einem solchen chemischen Grundstock keine Ausnahme im All seien, so der Forscher.

Swain und Kollegen, darunter auch Forscher des Heidelberger Max-Planck-Instituts für Astronomie und der Universität Stuttgart, fanden den optischen Fingerabdruck der drei Verbindungen im Licht des Sternsystems HD 209458. Bereits im Jahr 1999 war entdeckt worden, dass der gut 150 Lichtjahre von der Sonne entfernte Stern von einem Gasplaneten vom Schlage des Jupiter umkreist wird.

Von der Erde aus gesehen, verschwindet der Planet mit der nüchternen Bezeichnung HD 209458b regelmäßig hinter seinem Stern. Mit Hilfe des Weltraumteleskops Hubble studierten die Forscher die Veränderungen, die das Infrarotspektrum des Systems bei diesen Gelegenheiten erfährt. Auf diese Weise konnten sie ermitteln, welcher Teil des aufgefangenen Lichts an der Tagseite des Planeten gen Erde reflektiert worden war.

Zusätzliche Beobachtungsdaten des Weltraumteleskops Spitzer ermöglichten es, die Häufigkeit der drei Verbindungen zu schätzen. Wasser und Kohlendioxid sind bei HD 209458b demnach ähnlich häufig wie bei seinem Vetter HD 189733b, berichtet die Gruppe im „Astrophysical Journal“. Methan ist jedoch deutlich stärker vertreten. Nach Ansicht Swains könnte dieser Befund unterschiedliche Bedingungen auf den beiden Exoplaneten selbst oder zur Zeit ihrer Entstehung widerspiegeln.

Forschung: Mark R. Swain, Jet Propulsion Laboratory, California Institute of Technology, Pasadena; Jeroen Bouwman, Max-Planck-Institut für Astronomie, Heidelberg; Daniel Angershausen, Institut für Raumfahrtsysteme, Universität Stuttgart; und andere

Veröffentlichung Astrophysical Journal, Vol. 704, pp 1616-21, DOI 10.1088/0004-637X/704/2/1616; Preprint arXiv:0908.4010

WWW:
Science and Technology, Jet Propulsion Laboratory
Extrasolar Planets Encyclopaedia
HD 209458
Hubble

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