Posted in: Exoplaneten, Planeten, Sonnensystem 5. November 2009 17:46 0 Kommentare Weiter lesen →

Chaotische Zustände in jungem Planetensystem

Grafik zeigt einen runden hellgelben Fleck, in eine rote, gelappte Wolke übergehend In jungen Planetensystemen kann es höchst turbulent zugehen. Das belegt ein immenser Staubring, den amerikanische und spanische Astronomen bei einem nahe gelegenen Stern entdeckt haben. Quelle des Staubs dürften Kollisionen zwischen kleineren Gesteinsbrocken sein, die durch mindestens drei schwergewichtige Planeten aus der Bahn geworfen worden sind.

Bild: NASA/JPL-Caltech/Univ. of Ariz.

Diese drei Gasriesen, jeder einzelne rund zehnmal so massereich wie der Jupiter, waren bereits im Jahr 2008 entdeckt und in der Folge sogar abgelichtet worden. Umso wertvoller sei der Nachweis der staubigen Trümmerscheibe, erläutert Kate Su von der University of Arizona. “Wir können nun eine direkte Verbindung zwischen der planetarischen Scheibe und den Planeten herstellen.”

Su und ihre Kollegen nutzten das Weltraumteleskop Spitzer, um HR 8799 zu studieren. Der Stern ist etwa 129 Lichtjahre von der Sonne entfernt und etwas massereicher als diese. Wie die Forscher im “Astrophysical Journal” berichten, ist er von einer großen, deutlich strukturierten Staubscheibe umgeben.

Die innere Zone dieser Scheibe liegt zwischen dem Stern und seinem innersten Planeten und birgt vergleichsweise warmen Staub mit einer Temperatur um minus 120 Grad Celsius. Die folgende Zone mit deutlich kälterem Staub endet abrupt außerhalb der Bahn des äußersten Planeten. Eingehüllt ist das ganze System in eine große Wolke feiner Staubkörner, die sich offenbar aus der kalten Staubzone speist.

Vielleicht macht das ferne System gerade eine chaotische Phase durch, wie sie auch das Sonnensystem einst erlebt haben dürfte. Dabei verändern die großen Planeten allmählich ihre Umlaufbahnen, während sie kleinere Objekte durch das Planetensystem katapultieren. “Dieser Stern und Formalhaut sind die einzigen bekannten Systeme, in denen wir den Zusammenhang zwischen der Lage der Planeten und der Scheibe studieren können”, so Su.

Forschung: Kate Y. Su und George H. Rieke, Steward Observatory, University of Arizona, Tucson; Jonathan P. Williams, Institute for Astronomy, University of Hawaii, Honolulu; und andere

Veröffentlichung Astrophysical Journal, Vol. 705, pp 314-27, DOI 10.1088/0004-637X/705/1/314; Preprint arXiv:0909.2687

WWW:
Astronomy and Steward Observatory, University of Arizona
HR 8799, Extrasolar Planets Encyclopaedia
Debris Disks
Star and Planet Formation
Spitzer

Lesen Sie dazu im Scienceticker:
Planetarischer Crash
Erstes Mehrfachsystem abgelichtet
Planeten wachsen im Chaos


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