Posted in: Galaxien, Kosmos 11. November 2009 14:16 Weiter lesen →

Hyperaktive Sternfabrik

Bild zeigt kleine orangefarbene und blaue Punkte neben einem großen weißlichen Lichtfleck, schwarzer Hintergrund Eine erstaunlich produktive Galaxie haben englische, kanadische und amerikanische Astronomen im jungen Kosmos entdeckt. Selbst offenbar noch im Prozess der Entstehung begriffen, bildet die Galaxie Jahr um Jahr neue Sterne mit einer Gesamtmasse von mehr als 40 Sonnen.

Eine Aufnahme des Weltraumteleskops Hubble zeigt die ferne Galaxie samt ihrer Sternentstehungsgebiete als Gruppe bunter Punkte neben einer Vordergrundgalaxie. Bild: Dr. Johan Richard, Durham University

„Gemessen an der Größe ihrer Sternentstehungsgebiete, würden wir eine Rate von etwa einer Sonne pro Jahr erwarten“, erklärt Mark Swinbank von der Universität Durham, „tatsächlich scheint sie jedoch sehr viel aktiver zu sein.“ Möglicherweise sei die Milchstraße in ihrer frühesten Jugend ähnlich hyperaktiv gewesen, so der Forscher.

Swinbank und seine Kollegen nutzten mehrere große Teleskope am Erdboden und im Weltraum, um die rund 6.000 Lichtjahre große Galaxie unter die Lupe zu nehmen – und das im wahrsten Sinne des Wortes: Das Licht der Galaxie wird durch die Schwerkraft eines Galaxienhaufens in der Sichtlinie wie durch ein Vergrößerungsglas gebrochen, sodass ihr Aufbau trotz einer Entfernung von rund 12,5 Milliarden Lichtjahren studiert werden kann.

Unter anderem lassen sich fünf Sternentstehungsgebiete als intensiv strahlende „Klumpen“ unterscheiden, berichten die Forscher in den „Monthly Notices of the Royal Astronomical Society“. Jede einzelne dieser Sternwiegen misst einige Hundert Lichtjahre im Durchmesser und dürfte eine Masse von einigen Hundertmillionen Sonnen aufweisen und, ausgehend von ihrem Lichtspektrum, alljährlich etwa zehn neue Sterne hervorbringen.

Der Rohstoff für diese Sterne enthalte vermutlich kaum schwere Elemente, wie sie in früheren Sterngenerationen ausgebrütet und dann ins All geschleudert worden seien, so Swinbank weiter. „Wir können hier also beobachten, wie in einer Galaxie ähnlich der Milchstraße die erste Generation von Sternen entsteht. Das erlaubt uns einzigartige Einblicke in die Entstehung unserer Galaxis.“

Forschung: A. Mark Swinbank, Johan Richard und Richard G. Bower, Institute for Computational Cosmology, Durham University, Durham; Tracy M. Webb, Department of Physics, McGill University, Montréal, Québec; und andere

Veröffentlichung Monthly Notices of the Royal Astronomical Society, DOI 10.1111/j.1365-2966.2009.15617.x; Preprint arXiv:0909.0111

WWW:
Institute for Computational Cosmology, Durham University
Starburst Galaxy
Gravitational Lensing

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Astronomen finden stellare Säuglingsstation


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