Posted in: Sterne, Technik 3. Dezember 2009 13:36 Weiter lesen →

Erspäht: Der heißeste Stern

Bild des Käfernebels, an einen rötlich schimmernden Schmetterling erinnernd, Einschub zeigt Zentrum mit hellem Punkt Den wohl heißesten Stern der Milchstraße haben europäische Astronomen erspäht. Der Hitzkopf hat erst vor wenigen Tausend Jahren große Teile seiner Hülle abgestoßen. Die neuen Beobachtungen zeigen, dass die Temperatur der nun freiliegenden Oberfläche etwa 200.000 Grad Celsius beträgt.

Bilder: Anthony Holloway & Tim O’Brien, JBCA

Die Sonnenoberfläche bringe es auf vergleichsweise bescheidene 5.800 Grad, erläutert Cezary Szyszka von der Europäischen Südsternwarte in Garching und von der University of Manchester. „Für uns ist es ein echter Glücksfall, dass wir die Gelegenheit hatten, diesen Stern in seiner heißesten Phase zu beobachten. Von nun an wird er sterben und allmählich immer kühler werden.“

Szyszka und seine Kollegen konnten für ihre Beobachtungen im Juli 2009 das kurz zuvor gewartete und neu ausgerüstete Weltraumteleskop Hubble nutzen. Die Forscher richteten das Teleskop auf den Planetarischen Nebel NGC 6302. Aufgrund seiner Form auch als Käfernebel bezeichnet, handelt es sich um eine rasch expandierende Gashülle, die ein alternder Stern beim Verbrennen seiner letzten Wasserstoffvorräte abgestoßen hat und nun von innen heraus zum Glimmen anregt. „Das Gleiche wird unsere Sonne in rund fünf Milliarden Jahren tun“, so Szyszkas Kollege Albert Zijlstra.

Frühere Beobachtungen hatten ergeben, dass der Stern im Käfernebel sehr energiereiche und intensive Strahlung aussendet. In dem Kokon aus schillernden Gasfetzen und dunklen Staubringen hatte der Stern selbst bislang aber nicht erspäht werden können. Die neuen Aufnahmen zeigen ihn nun als kompakte Strahlungsquelle im Zentrum des Nebels. Gemessen an seinem Lichtspektrum, dürfte er – nach dem Verlust eines großen Teils seines Gases – noch etwa zwei Drittel der Sonnenmasse aufweisen, schätzen die Forscher.

Forschung: Cezary Szyszka und Albert A. Zijlstra, European Southern Observatory, Garching, und Jodrell Bank Centre for Astrophysics, School of Physics & Astronomy, University of Manchester; und andere

Veröffentlichung Astrophysical Journal Letters, Vol. 707, L32-L36, DOI 10.1088/0004-637X/707/1/L32; Preprint arXiv:0909.5143

WWW:
Jodrell Bank Centre for Astrophysics, University of Manchester
Planetary Nebulae
A Planetary Nebula Sampler
European Southern Observatory
Hubble

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