Posted in: Galaxien, Kosmos, Technik 8. Dezember 2009 16:09 Weiter lesen →

Hubbles tiefster Blick

Tiefschwarzer Hintergrund, übersät mit Galaxien unterschiedlicher Größe und Farbe Seinen bislang tiefsten Blick in den Kosmos hat das Weltraumteleskop Hubble geworfen. Die neue Aufnahme, erstellt mit einer neu installierten Kamera, zeigt Galaxien in der frühesten Kindheit des Universums – lediglich 600 Millionen nach dem Urknall.

Das neue „Ultra Deep Field“ deckt einen Bereich von etwa 2,4 Bogenminuten ab (Blau: 1,05 µm, Grün: 1,25 µm, Rot: 1,6 µm). Bild: NASA, ESA, G. Illingworth (UCO/Lick Observatory and the University of California, Santa Cruz), R. Bouwens (UCO/Lick Observatory and Leiden University), and the HUDF09 Team

Niemals zuvor seien derart weit entfernte Galaxien abgelichtet worden, so das Space Telescope Science Institute in einer Mitteilung. Die Aufnahme könne Astronomen daher neue Einsichten in die Entstehung und Entwicklung der ersten Galaxien im jungen Kosmos ermöglichen.

Garth Illingworth von der University of California und seinen Kollegen gelang die neue Aufnahme mit der Wide Field Camera 3. Die Kamera war im Mai dieses Jahres bei dem letzten Wartungsflug eines Spaceshuttles installiert worden. Neben sichtbarer registriert sie auch infrarote Strahlung. Daher kann sie auch kosmische Objekte erfassen, deren Licht durch die Ausdehnung des Universums bis in den Infrarotbereich gedehnt worden ist.

Die Forscher ließen Hubble insgesamt 48 Stunden lang auf einen Fleck am Himmel starren, den das Teleskop bereits vor einigen Jahren sehr ausführlich gemustert hatte. Dank der langen Belichtungszeit sind auf der neuen Aufnahe selbst Objekte zu erkennen, deren Lichtintensität nur ein Milliardstel jenes Wertes erreicht, bei dem sie im sichtbaren Wellenlängenbereich noch mit bloßem Auge erkennbar wären.

Forschung: Garth D. Illingworth und Rychard Bouwens, Lick Observatory, Department of Astronomy & Astrophysics, University of California at San Diego und Leidse Sterrewacht, Universiteit Leiden; Marcella Carollo, Institut für Astronomie, ETH Zürich; und andere

WWW:
Garth Illingworth, UCO Lick Observatory
Hubble Wide Field Camera 3
Hubble Ultra Deep Field
Rotverschiebung und Expansion

Lesen Sie dazu im Scienceticker:
Grünes Licht für Hubble-Nachfolger
Frühe massereiche Galaxie entdeckt

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1 Kommentar zu "Hubbles tiefster Blick"

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  1. oki sagt:

    entfernungen von weit entfernten himmelskörpern werden durch die rotverschiebung des lichtes gemessen. allgemeiner grundsatz ist deshalb, die expansion nimmt zu. je weiter objekte zu sehen sind, desto größer die rotverschiebung des lichtes.
    nun ist dies aber die spektrale verschiebung vor genau der zeit, die das objekt entfernt ist. also je älter desto schneller. darum gibt es ja auch keinen zweifel an der expansion. als beispiel dient gern der luftballon, der aufgeblasen wird. da entfernt sich auch jeder punkt vom anderen (zumindest auf der oberfläche).
    was bei mir immer einen schlechten nachgeschmack hinterlässt, wir schliessen aus vielen vergangenheiten auf die echte gegenwart (wenn es das denn wirklich gibt). ich will damit sagen, wer hat sich schon die mühe gemacht EIN objekt lange genug zu untersuchen, um festzustellen ob sich die rotverschiebung dieses objektes vielleicht ändert. daraus könnte zum beispiel resultieren, die expansion wird langsamer, oder kehrt sich um (dann wäre vielleicht die dunkle materie nicht mehr nötig, da die gravitation insgesamt schon längst eine anders wäre).
    ich will bestimmt kein besserwisser sein, aber wer nichts in frage stellt, bleibt wo er ist.