Posted in: Astrobiologie, Planeten 10. Dezember 2009 20:04 Weiter lesen →

Mars-Methan ist hausgemacht

Blick auf den Mars, rotbraun, zerfurchtIn der dünnen Gashülle des Mars sind mehrfach große Methanfahnen entdeckt worden, deren Herkunft bis heute unklar ist. Eine Erklärungsmöglichkeit glauben zwei englische Forscher nun ausschließen zu können. Ihren Experimenten zufolge, kann das Gas nicht aus Meteoriten stammen, die beim Eintritt in die Mars-Atmosphäre verglühen.

Bild: NASA-Glenn Research Center

„Wenn wir den feurigen Eintritt in die Atmosphäre im Labor nachstellen, erhalten wir nur geringe Mengen des Gases“, erklärt Richard Court vom Imperial College London. Selbst die jährlich rund 10.000 Tonnen Meteoritenmaterial, die über dem Mars hinreichend stark erhitzt würden, könnten bestenfalls einige Kilogramm Methan freisetzen. In den beobachteten Fahnen seien jedoch einige Hundert Tonnen des Gases enthalten.

Court und sein Kollege Mark Sephton machten die Probe aufs Exempel und erhitzten Proben des Murchison-Meteoriten auf 1.000 Grad Celsius. Zur Klasse der kohligen Chondriten gehörend, enthält der Meteorit vergleichsweise viel Kohlenstoff, der – so eine Theorie – bei genügend hohen Temperaturen zu Methan reagieren könnte. Die Resultate der Labortests sprächen jedoch gegen einen nennenswerten Beitrag dieses Prozesses, schreiben die beiden Forscher im Fachblatt „Earth and Planetary Science Letters“.

Da auch ein vulkanischer Ursprung wenig wahrscheinlich sei, kämen derzeit nur zwei Methanquellen auf dem Mars infrage, so Sephton. Entweder entstehe das Gas bei anorganischen Reaktionen zwischen Silikatgestein und Wasser oder es werde von Mikroorganismen im Boden des roten Planeten produziert. „Die Liste der möglichen Methanquellen wird kürzer und außerirdisches Leben ist spannenderweise immer noch eine Option“, so der Forscher. „Der endgültige Test muss vielleicht auf dem Mars selbst durchgeführt werden.“

Forschung: Richard W. Court und Mark A. Sephton, Department of Earth Science and Engineering, Imperial College London

Veröffentlichung Earth and Planetary Science Letters, Vol. 288(3-4), pp 382-5, DOI 10.1016/j.epsl.2009.09.041

WWW:
Impacts and Astromaterials Research Centre, Imperial College
Mars
Stony Meteorites

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