Posted in: Sterne 22. Dezember 2009 18:29 Weiter lesen →

Stern mit zwei Braunen Zwergen entdeckt

Grafik zeigt zwei dunkle, bräunliche Gasriesen mit schemenhaften Wolkenbändern vor sternbesetztem Hintergrund Auf eine ungewöhnliche Gruppe großer Himmelskörper ist eine polnisch-amerikanische Astronomengruppe gestoßen. Bei einem förmlich aufgeblähten Stern in der galaktischen Nachbarschaft der Sonne fanden sie gleich zwei Begleiter, die zu massereich sind, um noch als Planeten zu gelten.

Grafik: NASA/JPL-Caltech

Mit Mindestmassen vom 13- bzw. 21-Fachen der Jupitermasse dürfte es sich vielmehr um zwei Braune Zwerge handeln, folgern Alex Wolszczan von der Pennsylvania State University und seine Kollegen von der Nikolaus-Kopernikus-Universität. Offenbar hätten sich diese „Beinahe-Sterne“ aus dem Material gebildet, dass bei der Entstehung ihres strahlenden Vetters übriggeblieben sei.

„Wenn wir einen Braunen Zwerg finden, können wir nicht mit Sicherheit sagen, woher er kommt“, erläutert Wolszczan. „Er könnte entweder auf den Prozess der Planetenentstehung zurückgehen oder ein direktes Produkt der Sternentstehung sein.“ Im Fall des Systems bei BD+20 2457 könne letztere Alternative jedoch ausgeschlossen werden. Die beiden großen Begleiter müssten daher in der Scheibe aus Gas und Staub entstanden sein, die den jungen Stern als Rest seiner Geburtswolke umgeben habe.

Wolszczan und Kollegen gelang ihre Entdeckung im Rahmen einer systematischen Fahndung nach Exoplaneten. Die Forscher nutzten das Hobby-Eberly-Spiegelteleskop in Texas, um das Lichtspektrum mehrerer Sterne auf Anzeichen eines Torkelns hin zu untersuchen, das auf den Schwerkraftzug von Planeten zurückgehen könnte. Fündig wurden sie unter anderem bei BD +20 2457, gut 650 Lichtjahre von der Sonne entfernt im Sternbild Löwe gelegen.

Ungeachtet ihrer großen Masse müssen die beiden Begleiter sehr rasch entstanden sein, glauben Wolszczan und seine Kollegen. Heute ein alternder rötlicher Riese, dürfte BD +20 2457 einst heller gestrahlt haben als die Sonne. „Die intensive Strahlung dieses Sterns muss alles in seiner Umgebung aufgeheizt und verdampft haben“, so der Forscher. Daher müssten die beiden Zwerge ihr Baumaterial binnen weniger Millionen Jahre zusammengerafft haben, bevor ihr strahlendes Gestirn seine volle Leuchtkraft erreichte.

Forschung: Andrzej T. Niedzielski, Grzegorz Nowak und Monika Adamów, Centrum Astronomii, Uniwersytet Mikołaja Kopernika, Toruń; Alex Wolszczan, Department of Astronomy and Astrophysics und Center for Exoplanets and Habitable Worlds, Pennsylvania State University, University Park

Veröffentlichung Astrophysical Journal, Vol. 707, pp 768-77, DOI 10.1088/0004-637X/707/1/768; Preprint arXiv:0906.1804

WWW:
Centrum Astronomii Uniwersytetu Mikołaja Kopernika
Astronomy & Astrophysics, Pennsylvania State University
Brown Dwarfs
Hobby-Eberly Telescope

Lesen Sie dazu im Scienceticker:
Braune Zwerge im Entstehen
Wenig Zeit für Gasriesen


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