Posted in: Sterne 29. Januar 2010 17:11 Weiter lesen →

Ein „cooles“ Paar

Falschfarbenbild zeigt die beiden Braunen Zwerge als verschmierte, gelb-grünliche bzw. rot-orange Flecken vor schwarzem Hintergrund Ein bemerkenswert „cooles“ Paar hat eine internationale Astronomengruppe entdeckt. In der nächsten Nachbarschaft der Sonne gelegen, handelt es sich um zwei Braune Zwerge, die sich gegenseitig umkreisen. Einer der beiden Beinahe-Sterne scheint nur wenig mehr als 200 Grad Celsius warm zu sein.

Bild: Die beiden Braunen Zwerge, aufgenommen vom Weltraumteleskop Spitzer. Bild: University of Hertfordshire/Spitzer Space Telescope

Dieser Wert sei allerdings noch mit einiger Unsicherheit behaftet, erklärt Philip Lucas von der University of Hertfordshire. Das Lichtspektrum des Sonderlings unterscheide sich nämlich stark von dem aller bekannten Braunen Zwerge. „Doch selbst, wenn sich herausstellen sollte, dass dieses Objekt keinen Temperaturrekord aufstellt, sind seine Farben immer noch so außergewöhnlich, dass die Suche nach einer Erklärung viele Physiker eine Weile beschäftigen wird.“

Entdeckt wurde das Objekt mit Hilfe des UK-Infrarotteleskops auf Hawaii im Rahmen einer Suche nach Braunen Zwergen – Gasbällen, die wahrscheinlich wie Sterne entstehen, aber zu wenig Masse besitzen, um dauerhaft zu strahlen. Bei den Beobachtungen erspähte Lucas‘ Institutskollege Ben Burningham den neuen Braunen Zwerg als schwache Infrarotquelle direkt neben einem bereits bekannten Objekt. Die Forscher fanden, dass es sich bei letzterem ebenfalls um einen Braunen Zwerg handelt, der aber noch so heiß ist, dass er auch im sichtbaren Licht beobachtet werden kann.

Weitere Beobachtungen ergaben, dass sich die beiden Objekte gemeinsam über den Himmel bewegen, wahrscheinlich also ein durch die Schwerkraft zusammengehaltenes Doppelsystem bilden. Die Forscher schätzen, dass das ungewöhnliche Duo mit der Bezeichnung SDSS J1416+13AB höchstens 50 Lichtjahre von der Sonne entfernt ist und dass der kühle kleine Braune Zwerg etwa das 30-Fache der Jupitermasse aufweist. Sein Partner dürfte mindestens doppelt so massereich sein.

Forschung: Ben Burningham und Philip Lucas, Centre for Astrophysics Research, University of Hertfordshire, Hatfield; Sandy K. Leggett, Gemini Observatory, Hilo, Hawaii; und andere

Veröffentlichung Monthly Notices of the Royal Astronomical Society (im Erscheinen); Preprint arxiv:1001.4393

WWW:
Centre for Astrophysics Research, University of Hertfordshire
Gemini Observatory
United Kingdom Infra-Red Telescope
Braune Zwerge
Die Temperatur der Sterne

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