Posted in: Sonnensystem 3. Februar 2010 12:12 Weiter lesen →

„Komet“ ist mögliches Kollisionsprodukt

Bild zeigt kleinen hellen Punkt, in einigem Abstand gefolgt von einer kreuzförmigen Struktur, die zu einer langen Wolke verschmiert istEinen sonderbaren „Kometen“ haben amerikanische Astronomen im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter entdeckt. Das kleine Objekt zieht eine kreuzförmige Struktur aus relativ grobem Material hinter sich her. Möglicherweise handelt es sich um ein Überbleibsel aus dem Zusammenstoß zweier Asteroiden.

Bild: NASA, ESA, and D. Jewitt (UCLA)

„Die glatten Staubhüllen normaler Kometen sehen dagegen ganz anders aus“, erklärt David Jewitt von der University of California in Los Angeles. Der Forscher und seine Kollegen hatten das Objekt, das kürzlich im Rahmen einer Suche nach erdnahen Asteroiden entdeckt worden war, Ende Januar mit dem Weltraumteleskop Hubble genauer unter die Lupe genommen. Zu diesem Zeitpunkt war „P/2010 A2“ rund 300 Millionen Kilometer und damit doppelt so weit von der Sonne entfernt wie die Erde.

Die Hubble-Aufnahmen zeigen einen etwa 140 Meter großen Kern, der nicht – wie bei typischen Kometen – im Innern einer Wolke aus feinem Staub sitzt. Stattdessen scheint er einer Wolke aus größeren Partikeln vorauszueilen, in der hellere Materialströme ein x-förmiges Muster bilden. Im Lichtspektrum der Wolke finden sich keine Hinweise auf Gas, wie man es bei einer Eiskugel, die langsam im Sonnenlicht vergeht, eigentlich erwarten sollte.

Astronomen gehen davon aus, dass es im Asteroidengürtel relativ häufig zu Zusammenstößen kommt. Der resultierende Staub ist unter anderem für das Zodiakallicht verantwortlich, einen schwachen Schimmer reflektierten Sonnenlichts in der Ebene der Planeten.

Möglicherweise habe man es bei „P/2010 A2“ mit dem jüngsten Produkt einer solchen Kollision zu tun, so Jewitt weiter. „Wenn unsere Interpretation zutrifft, hat sich vor nicht allzu langer Zeit eine Kollision zwischen zwei unbekannten Asteroiden ereignet. Der dabei erzeugte Trümmerschauer wird nun durch den Druck des Sonnenlichts allmählich von seinem Ursprung weg- und zu einem Schweif zusammengedrückt.“

Forschung: David Jewitt, Division of Astronomy & Astrophysics, University of California, Los Angeles; Harold Weaver, Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory, Laurel, Maryland; und andere

WWW:
Main Belt Comets, David Jewitt
P/2010 A2
Hubble
Lincoln Near Earth Asteroid Research (LINEAR)

Lesen Sie dazu im Scienceticker:
Steinbrüche für Meteoriten
Kometen im Asteroidengürtel


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