Posted in: Galaxien, Kosmos 4. Februar 2010 14:38 0 Kommentare Weiter lesen →

Galaktische Kern-Fusion

Kombination aus Röntgen- und optischen Aufnahmen zeigt zwei gleißend helle, bläuliche Flecken, von ihnen ausgehend zwei lange bogenförmige Filamente Im Universum sollte es einst relativ häufig zu Verschmelzungen von Galaxien gekommen sein. Ein erstes umfassendes Bild einer solchen Fusion liefern nun Beobachtungen amerikanischer Astronomen. Die hellen Kerne des von ihnen studierten Galaxienpaars umkreisen sich im Abstand von weniger als einem Milchstraßendurchmesser, während die zugehörigen Galaxien von langen Gasströmen gezeichnet sind.

Bild: X-ray (NASA/CXC/SAO/P. Green et al.), Optical (Carnegie Obs./Magellan/W.Baade Telescope/J.S.Mulchaey et al.)

“Nur weil zwei Galaxien am Himmel nahe beieinander stehen, heißt das noch nicht, dass sie auch miteinander verschmelzen”, erklärt John Muchaey von der Carnegie Institution for Science, einer der beteiligten Forscher. In diesem Fall könne man jedoch erkennen, dass von jeder der beiden Galaxien ein mehrere zehntausend Lichtjahre langer Gezeitenstrom als klares Zeichen eines Schwerkraftgezerres ausgehe.

Die von den Astronomen studierten Galaxien sind rund 4,6 Milliarden Lichtjahre von der Milchstraße entfernt. Jede besitzt einen hellen, die Umgebung überstrahlenden Kern, in dem vermutlich ein supermassereiches Schwarzes Loch große Materiemengen verschlingt. Diese beiden Quasare waren im Rahmen einer großangelegten Himmelsdurchmusterung aufgefallen, weil sie nur etwa 70.000 Lichtjahre auseinander liegen.

Verschmelzende Galaxien Computersimulation: T.J. Cox / Carnegie Institution

Bislang fehlte allerdings der Beleg dafür, dass solche Doppelquasare die Verschmelzung zweier Galaxien signalisieren. Die neuen Aufnahmen der arg deformierten Wirtsgalaxien schließen diese Lücke, ist die Gruppe um Paul Green vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics überzeugt. Für ihre Beobachtungen nutzten die Astronomen das Weltraumteleskop Chandra sowie mehrere große Teleskope in Nord- und Südamerika. Zudem gelang es ihnen, das Szenario mit einem Computermodell verschmelzender Galaxien verblüffend gut zu reproduzieren.

Forschung: Paul J. Green, Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics, Cambridge, Massachusetts; John S. Mulchaey und Thomas J. Cox, Observatories of the Carnegie Institution for Science, Pasadena, Kalifornien; und andere

Veröffentlichung Astrophysical Journal, Vol. 710, pp 1578-88, DOI 10.1088/0004-637X/710/2/1578

WWW:
High Energy Astrophysics, Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics
The Magellan Telescopes, Carnegie Institution
Active Galaxies and Quasars

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