Posted in: Planeten, Sonnensystem 9. April 2010 14:32 Weiter lesen →

Mehr Gesellschaft für Pluto

Bild zeigt knollenförmigen, grau-bräunlichen Asteroiden, einige Krater, in einigem Abstand ein vergleichsweise winziger zweiter Asteroid Seit einigen Jahren ist Pluto nur noch ein Zwergplanet. Als solcher ist der vormals neunte Planet lediglich einer unter vielen, demonstrieren Berechnungen zweier australischer Forscher. Demnach können sich mittelgroße Objekte im Sonnensystem deutlich früher unter ihrem eigenen Gewicht zu einer Kugel verformen als angenommen.

Zu klein für die Kugelform, groß genug für einen Mond: der rund 60 Kilometer lange Asteroid Ida und sein Begleiter Dactyl. Bild: NASA/JPL

„Ob die Schwerkraft eines Objekts ausreicht, um ihm eine runde Gestalt zu verleihen, hängt von der Festigkeit des Materials ab“, erklärt Charles Lineweaver von der Australian National University in Canberra. „Deshalb müssen stabile, felsige Objekte einen Radius von 300 Kilometern haben, um sich von knolligen, kartoffelartigen Körpern zu Kugeln entwickeln zu können. Bei weniger stabilen, eisigen Objekten genügen dagegen schon etwa 200 Kilometer.“

Folgt man den Vorgaben der Internationalen Astronomischen Union, entspricht die Mindesthelligkeit für Zwergplaneten jenseits des Neptun, deren Gestalt sich nicht ohne weiteres ermitteln lässt, einem Radius von gut 400 Kilometern. Würde man dagegen die neuen Schwellenwerte ansetzen, stiege die Zahl der Zwergplaneten von derzeit 5 auf rund 50, schätzen Lineweaver und sein Kollege Marc Norman.

Pluto war zu einem Zwergplanet „degradiert“ worden, nachdem die Entdeckung weiterer großer Eiswelten in den Außenbezirken eine Neudefinition des Planetenbegriffs nötig gemacht hatte. Anders als Zwergplaneten, müssen Planeten demnach ihre Umlaufbahn weitgehend von anderen Objekten freigeräumt haben. Pluto bewegt sich allerdings im Kuipergürtel jenseits des Neptun, wo es von eisigen Brocken nur so wimmelt.

Lineweaver und Norman gingen der Frage nach, ab welchem Radius die Schwerkraft eines Körpers ausreicht, um ihn zu einer Kugel zu verformen. Die Forscher betrachteten zunächst jene Objekte im Sonnensystem, deren Größe, Beschaffenheit und Gestalt recht gut bekannt ist. Diese schlichte empirische Analyse ergänzten sie durch eine physikalische Betrachtung, die zusätzlich die Dichte und die Festigkeit des jeweiligen Materials berücksichtigt, und gelangten zu ähnlichen Resultaten.

Forschung: Charles H. Lineweaver und Marc Norman, Planetary Science Institute, School of Earth Sciences und School of Astronomy and Astrophysics, Australian National University, Canberra

Veröffentlichung Proceedings of the 9th Australian Space Science Conference; Preprint arXiv:1004.1091

WWW:
Charles Lineweaver, Australian National University
Questions and Answers on Planets
The Dwarf Planets
Kuiper Belt

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„Plutoiden“: Eine Klasse für sich
Großes Objekt am Rand des Sonnensystems entdeckt


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