Posted in: Astrobiologie, Exoplaneten 13. April 2010 00:01 Weiter lesen →

Der Staub ferner Erden

Grafik zeigt Blick über den Horizont eines bläulichen Planeten auf ein von Asteroiden umkreistes Gestirn Gesteinsplaneten mit Wasser könnten in der Milchstraße relativ häufig sein. Dieses Fazit zieht eine internationale Astronomengruppe nach der eingehenden Musterung ausgebrannter Sterne. Viele davon weisen demnach eine „Verschmutzung“ durch schwere chemische Elemente auf, wie sie am ehesten durch Asteroiden oder felsige Planeten erklärt werden kann.

Grafik: NASA-JPL / Caltech / T. Pyle (SSC)

Etwa 3 bis 4 Prozent aller ausgebrannten Sterne dürften den chemischen Fingerabdruck solcher Gesteinsobjekte aufweisen, schätzen Jay Farihi von der Universität Leicester und seine Kollegen. Und selbst wenn die schweren Elemente letztlich auf Asteroiden zurückgingen, zeige das Beispiel des Sonnensystems doch, dass sich ein Asteroidengürtel und lebensfreundliche Planeten nicht gegenseitig ausschlössen.

Farihi und Kollegen analysierten die Lichtspektren und die Bewegung von 146 Weißen Zwergen, die im Rahmen einer großangelegten Himmelsdurchmusterung erfasst worden waren. Die äußeren Schichten solcher ausgebrannten Sterne sollten hauptsächlich Helium oder Wasserstoff enthalten. Häufig finden sich allerdings auch Beimengungen schwererer Elemente wie Calcium, Magnesium oder Eisen. Dieses Phänomen wurde lange Zeit auf interstellares Material zurückgeführt, das die Sterne im Laufe der Zeit aufgelesen haben sollten.

Auch die jetzt studierten Weißen Zwergen enthalten viel Calcium, berichten die Forscher auf einer Fachtagung in Glasgow. Eine Verschmutzung durch interstellares Material erscheint jedoch wenig wahrscheinlich. So findet sich nur relativ wenig Wasserstoff, wie er neben Calcium im interstellaren Medium vorkommt. Zudem befinden sich die meisten der studierten Sternleichen, ausgehend von ihrer derzeitigen Bewegung, schon seit mehreren Millionen Jahren außerhalb der Ebene der Milchstraße und damit in einem Bereich der Galaxis, in dem das interstellare Medium ausgesprochen dünn ist.

Trümmer von Gesteinsobjekten könnten das Muster der beobachteten Verschmutzung dagegen zwanglos erklären, so Farihi und Kollegen. In den von ihnen studierten Fällen passten die Daten am ehesten zu Kleinplaneten mit wenigen Hundert Kilometern Durchmesser und – wiederum in Analogie zum Sonnensystem – mit einem Wasseranteil von einigen Prozent.

Forschung: Jay Farihi und Martin A. Barstow, Department of Physics and Astronomy, University of Leicester, Leicester; Nigel C. Hambly, Institute of Astronomy, University of Edinburgh; und andere

Präsentation auf dem RAS National Astronomy Meeting 2010, Glasgow, P12; Veröffentlichung Monthly Notices of the Royal Astronomical Society, DOI 10.1111/j.1365-2966.2010.16426.x; Preprint arXiv:1001.5025

WWW:
White Dwarfs Group, University of Leicester
White Dwarfs
Sloan Digital Sky Survey

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